Gastautoren

Vorstellung eines Gastautors

Als ich anfing den Blog zu schreiben, wusste ich ein wenig. Ich bewegte mich wie eine Blinde in der BDSM-Szene und war fasziniert und begeistert. Seit Jahren treffe ich mich mit Menschen, die dieser Szene angehören, rede mit ihnen, experimentiere und sehe zu. Ich lerne noch. Aber ich habe meinen Platz noch nicht gefunden, und versuche mit dem Blog mehr Wissen, mehr Erlebnisse und mehr Erkenntnisse zu erlangen.

Auf diesem Weg bin ich Michel begegnet. Ich fand ihn hier bei WordPress, und bin begeisterter Fan seines Blogs. Er ist den Weg schon vor vielen Jahren gegangen, hat für sich entschieden was für ihn richtig ist, und was er möchte.

Frage: Bist Du angekommen?

Michel: Absolut, ja, ich habe mit 41 Jahren beginnen dürfen, mein Leben leben zu können.

Frage: Würdest Du Dich als devot bezeichnen, oder gibt es davon eine Steigerung?

Michel: Die Herrin beschreibt mich beruflich und im Alltag als dominant, sie beschrieb mich so und meinte damit mein Auftreten in der Stinowelt. Einen Beruf habe ich nicht mehr und in der Stinowelt bin ich fast gar nicht mehr unterwegs, weswegen ich mich nun, fast nur noch im Thema mich befindend, als devot bezeichnen würde, ja. Eine Steigerung ist wohl die kriecherische, hündische Ergebenheit, die ich der Herrin gegenüber auch sehr gern pflege.

Frage: Warst Du immer schon so oder hat sich das mit der Zeit entwickelt?

Michel: Das alles in mir und aus mir heraus hat sich über viele Jahre entwickelt, angefangen in früher Kindheit, mein erster Kontakt mit einem Bild, das eine Frau zeigte, die sich selbst in Ketten legte. Stationen meines Stinolebens entwickelten mich, meine Neugier, meine Begierde, meine Versuche, Kontakte zu finden, mein Stinoende und die atemberaubende Herrin entwickelte mich massiv.

In Michels Blog werden sehr intime Details preisgegeben, sind immer wieder Fotos von ihm und seiner Herrin. Allerdings sieht man immer nur ihre Füße.

Frage: wer macht die Fotos?

Michel: Entweder die Herrin oder ich, manchmal auch Gäste der Herrin.

Frage: warum sieht man nie Deine Herrin ganz?

Michel: Die Herrin hat mich auf ihre Füße abgerichtet, ich bin ihr Fußsklave, sie sagt, ich gehöre ihren Füßen. Einerseits dreht sich in meinem Leben fast alles um ihre Füße, mit denen sie mich bereits komplett in der Abhängigkeit hält. Andererseits geht es um Diskretion, darum, die Herrin nicht zu erkennen.

Frage: liebst Du Deine Herrin?

Michel: Ja, ich liebe sie und bete sie an, sie ist das größte Glück meines Lebens, meine große Liebe.

Der Blog heißt „SM BDSM Kettensklave Michel“ hier auf WordPress, und er hat noch einen weiteren Blog bei blogger und der heißt „Ehesklave Kettensklave SM im Total Power Exchange“. Hier wird es sogar noch persönlicher.

Frage: Du bist verheiratet mit Deiner Herrin. Geht das überhaupt? So vorm Standesamt und so?

Michel: Nein, das geht natürlich nicht, wir wollen niemanden mit uns und unserer Lebensform belasten, in der Stinowelt sind wir nicht sofort als Herrin und Sklave zu erkennen, trotzdem wir unsere Verhaltensweisen kaum verändern.

Frage: Am 19.01.2021 hattest Du einen Blog veröffentlicht, in dem Du Dich wahnsinnig über manche Kommentare aufgeregt hast. Ich hoffe, ich hau jetzt nicht in die gleiche Kerbe. Du lebst wirklich so. Mit Isolationskiste als C3 auf dem Hof Deiner Herrin?

Michel: Ja, ich lebe wirklich so, als Sklave und Kettensklave an einem Dominahof, 24/7 im Total Power Exchange (TPE) und zudem mit dem Schwur zur vollständigen und unwiderruflichen Unterwerfung (CIS – Complete Irrevocable Submission). Es gibt einen Studioraum, dort steht unter anderem eine Isolationskiste, in der ich sehr viel Zeit verbrachte, ich selbst kann es kaum glauben, aber seit 2013 kommen über 1.500 Stunden zusammen. Zudem bin ich ein gekennzeichneter C3-Cuckold, ja. Alles, was ich schreibe, habe ich erlebt, zudem schreibe ich gern auch Geschichten, die ich als solche markiere. Fakes, Moralapostel und Neider können oft kaum bis gar nichts damit anfangen, was mich eigentlich amüsiert und ich war nicht so richtig sauer, sondern gelangweilt von so viel Dummheit, die da teilweise bei mir angespült wird.

Jetzt haben wir schon ziemlich viel über Michel erfahren. Aber warum wollte ich unbedingt, dass er hier in meinem Blog schreibt? Nun, zum einen deshalb, weil ich seinen Schreibstil sehr liebe. Seine emotionslose Emotion, seine detaillierten Beschreibungen, ohne wertend zu sein und nicht zuletzt seine Phantasie haben mich in eine Welt mitgenommen, die mir selbst fremd ist, und die ich nur als Zuschauer betreten kann.

Frage: Wie möchtest Du eigentlich angeredet werden?

Michel: Michel ist gut, Dreck oder Stück geht auch, zudem Sklave, Vieh, Stricher, Wurm, Cucki, C3, es gibt viele schöne Bezeichnungen für mich.

Frage: Warum hast Du zugestimmt hier Autor zu werden?

Michel: Ich freue mich, Gleichgesinnte kennenzulernen und zu treffen, virtuell, real, egal. Ich hatte niemanden, der mich an die Hand nahm, den ich hätte fragen können, hinsichtlich meiner Faszination fürs Thema SM. Du bietest mit deiner Blogidee einen interessanten Rahmen, den ich gern mit meiner Erfahrung unterstützen möchte.

Und schon sind wir am Ende unseres kleinen Interviews angelangt. Ich hoffe, ich konnte alle Fragen beantworten, und Michel als Person ein wenig vorstellen. Ich freue mich sehr, dass er sich die Zeit genommen hat, und bin wahnsinnig auf seinen ersten Post hier gespannt. Danke Michel!

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