Dom, Sub oder doch switchen?

DOM – dominanz

Laut wikipedia definiert sich Dominanz dadurch, dass eine Person sich gegenüber einer anderen durchsetzt. Im BDSM geht man aber noch viel weiter. Wenn der Befehl gebende Part gemeint ist, spricht man von der Rolle des Dom. Vom untergebenen Part gern auch „Meister, Herr, Sir oder Master“ genannt. Der Dom gibt nicht nur die Richtung und das Geschehen im Spiel an, er beherrscht auch die Aktionen des untergebenen Parts, des Sub.

Wie finde ich heraus ob ich ein Dom/Mistress bin? Wenn Du der aktive Part im Spiel bist. Gerne Befehle gibst, und Dich nicht so gern unterordnest, dann bist Du eher dominant als devot. Aber das ist noch lange nicht alles. Ein echter Dom berücksichtigt die Wünsche seines Sub (siehe Liste) und erarbeitet mit ihm/ihr wie das Spiel gestaltet wird.

Es geht um die komplette Kontrolle der Situation. Ein Dom muss sich immer im klaren darüber sein was er/sie tut, und welche Konsequenzen das hat. Wenn ein Codewort ausgemacht wurde, muss er/sie sich daran halten, und sofort das Spiel unterbrechen. Jede Zuwiderhandlung wäre Mißbrauch, Vergewaltigung oder Schlimmeres. Nur im TPE ist es erlaubt, kein Wille des Sklaven mehr möglich.

Vielfach wird ein Dom auch mit einem Sadisten verglichen. Ich persönlich möchte das nicht tun. Ein Sadist fügt Schmerzen zu, weil der Masochist das so möchte. Er zieht seinen Lustgewinn aus der Erregung durch Qual. Ich möchte einen Dom eher mit einem strengen Vater vergleichen. Er tadelt schlechtes Benehmen, belohnt gute Taten, erzieht seinen Sub und macht aus ihm/ihr einen gehorsamen Sklaven. Im Idealfall unterwirft sich der Sub so sehr im Spiel, dass der Dom alles mit ihm machen kann; von erniedrigen bis körperliche Schmerzen, Einsperren bis Entführung, von Sexentzug bis Fremdbenutzung. Je nach Spiel-verhältnis und Intention sind viele Varianten oder nur ein paar der genannten möglich.

Es ist schwer seinen persönlichen richtigen Sub zu finden. Hierbei geht es um Äußerlichkeiten wie Haarlänge und Figur, aber auch um den Grad an Unterwerfung und Masochismus. Ich habe Doms kennengelernt, die als Belohnung dem masochistischen Sub Schmerzen zufügten, und als Bestrafung mit Sexentzug oder Orgasmusverbot drohten. Vielleicht bist Du aber auch einer der Doms, die es genießen einen Sub vor Dir knien zu lassen, und ihn/sie zu erniedrigen. Möglicherweise hast Du ein Hotwife zuhause, das Du zur fremdbenutzung an der Leine den Männern zuführst. Auch das ist domination.

Es gibt viele Arten und Stufen von Domination. Deshalb ist es auch schwierig für sich herauszufinden, ob man doiminiert, oder lieber Befehle befolgen möchte. Wer sich nicht entscheiden kann, nennt sich Switcher.

SUBMISSION – devot

Wörtlich übersetzt bedeutet Submission die Ausschreibung eines zu vergebenden Auftrags (Oxford Lexikon). Im BDSM geht es dabei um Unterwerfung. Als Sub möchte man Befehle befolgen. Sich seinem Herrn/Herrin unterwerfen, ihm/ihr alle Wünsche erfüllen und ihn/sie glücklich machen und befriedigen. Als Sub ist der Platz am Bottom, während der Dom der Top ist. Sub ist immer nur der untergebene Part. Klar hat man Wünsche und Vorstellungen, jedoch muß man diese in einem Vor-gespräch mit dem Dom abklären, und gegebenenfalls nachjustieren. Während des Spiels jedoch trägt Sub meist ein Halsband, und folgt ähnlich einem Hund, dem Befehl des Dom.

Wie finde ich heraus ob ich ein Sub bin? Hier geht es um Vertrauen und Charak-terfestigkeit. Sub zu sein ist nichts für schwache Nerven. Wer psychisch instabil ist, sollte von dieser Rolle die Finger lassen. Sich zu unterwerfen bedeutet nicht, dass man völlig die Kontrolle abgibt. Jedoch nur das Safeword beendet die Session. Wer seelisch verletzt wurde, oder nie einen eigenen Willen hat, denkt vielleicht dass genau diese Form des Sex für ihn/sie richtig ist. Jedoch ist das ein Irrglaube. Wer nicht rechtzeitig Stop sagt, riskiert, sich selbst zu vergewaltigen. Sich selbst Schaden zuzufügen. Und hinterher weinend oder schlimmer noch, mit einer Psychose da raus zu gehen.

Meistens sind Subs auch Masochisten. Ein Masochist zieht seinen Lustgewinn aus Schmerz. Eine Klammer hier, ein Schlag mit der Peitsche da, und schon ist man geil und sexuell erregt. Das kann so weit gehen, dass man nur durch die körperliche Qual einen Orgasmus bekommt. Wie gesagt, kann sein, ist aber nicht immer so. Einige Subs ziehen ihre Befriedigung auch aus der Erniedrigung. Sie wollen sich im Dreck wälzen, sich verkaufen und fremdbenutzen lassen, sich als Slut und Hure beleidigen lassen. Alles das ist, wie gesagt, nicht immer so gut seelisch verträglich. Manche Frau die ihr Leben lang von Männern als Wandertrophäe benutzt wurde, könnte an dieser Rolle zerbrechen. Ich habe aber von einigen Subs gehört, dass genau das den Reiz ausmacht. Endlich hat man eine Aufgabe: man ist die Ehehure des Herrn. Es macht den Meister glücklich, wenn er sieht, dass seine Sub zu etwas nütze ist. Und es befriedigt beide.

Das ist immer das Wichtigste: beide Parteien müssen Befriedigung aus dem Spiel ziehen. Deshalb ist es so schwierig seine persönliche Rolle zu finden. Ich bin Sub. War ich immer. Ich habe mich mal als Dom versucht, aber festgestellt, dass ich damit heillos überfordert war. So viele Befehle, dauernd braucht man Ideen, wie man das Sub quält. Nein, das ist nichts für mich. Ich will mich komplett unterwerfen. Das bedeutet Sicherheit für mich. Wenn ich etwas mache, dann im Auftrag meines Herrn. Ich kann es nicht falsch machen. Und wenn doch, werde ich bestraft und bekomme eine neue Chance.

Übersetzt bedeutet „to switch“ umschalten. Also ist ein Switcher ein Umschalter. In der BDSM-Szene sind solche Menschen nicht selten. Viele stellen nach einigen Sitzungen, manche nach vielen Jahren, fest dass sie nicht nur die eine Rolle spielen möchten. Manchmal hat man einen dominanten Partner mit dem man schon viele Jahre spielt, und möchte auch mal jemanden dominieren. Vielleicht ist das Spiel auch langweilig geworden, und man hat Ideen im Kopf die man gerne mal ausprobieren möchte.

Wie ich oben schon geschrieben habe, wird Dom meist mit sadismus assoziiert. Was aber, wenn man eher masochistisch veranlagt ist? Das ist ja total unpraktisch. Ein Dom muss bestrafen, Schmerz zufügen. Wenn man aber gerne selber gequält wird, sieht es mehr als komisch aus, wenn man sich selbst die Klammer an die Brustwarze klemmt, anstatt sie am Sub anzubringen. Dann passiert das sogenannte switchen. Man schlüpft von der Rolle des Dom in die Rolle des Sub, nicht um erniedrigt zu werden, sondern um diese Schmerzen erfahren zu dürfen. Was ganz normal ist im BDSM.

Genauso ist es mit Masochismus. Nicht jeder Sub möchte die Schmerzen aushalten. Ein kleines Beispiel zum Verdeutlichen: man läuft Nachts durch die Wohnung, und stößt sich den Zeh an. Erste Reaktion: man flucht. Meistens zweite Reaktion: man verflucht das Möbelstück und tritt nochmal dagegen. Und genau das passiert beim switchen. Man wird so erregt von der Erniedrigung und dem Lustgewinn, den der Dom aus der Situation zieht, dass man etwas zurück geben möchte. Also fängt man an, selbst jemandem Lustschmerz zuzufügen und erregt sich ebenfalls daran.

Meistens hat man zwei unterschiedliche Partner. Einen Dom, bei dem man „Zuhause“ ist, dem man vertraut, dem man sich unterwirft. Und einen eigenen Sub, manchmal sogar vom gleichen Geschlecht, dem man das weitergibt, was man selbst erlebt und für angenehm empfunden hat.

Achso ja, eins wollte ich dann doch noch loswerden. Oft wird ein Dom gefragt ob er auch fesselt. Ja, meistens wird ein Sub mit Handschellen, Handfesseln oder Seilen fixiert. Jedoch hat das überhaupt nichts mit Bondage zu tun. Und ich habe schon öfter erlebt, dass ein Sub ein wesentlich besserer Rigger war als ein Dom. Denn Domination bedeutet nicht, dass Sub Befriedigung aus der Fixierung zieht, sondern aus der Unterwerfung!

Wenn BDSM unter die Haut geht – Cutting

Jeder kennt diese jungen Leute mit den Ritzspuren am Arm. Das klingt jetzt vielleicht überheblich, aber ich habe Mitleid mit ihnen. Diese Menschen sind seelisch so gequält, dass sie keinen Ausweg mehr sehen, und mit einer Rasierklinge sich teilweise tiefe Schnitte in Ober- und Unterarm, die Beine oder den Bauch machen. Dabei entstehen kleine, blutende Schnitte, die meist in ein paar Tagen wieder verheilen. Allerdings können mit der Zeit bleibende Spuren entstehen. Diese Menschen nennt man bei uns hier Ritzer. Das hat mit der BDSM-Technik des Cutting nichts zu tun.

Ein weiterer bizarrer Trend ist das Cutting beim Tättowierer. Hier werden Muster oder Bilder mit Hilfe einer Rasierklinge oder Skalpell in die obersten Hautschichten geritzt. Ähnlich wie bei einer Tättowierung, nur ohne Farbe. Als Nachbehandlung wird Zitronensaft empfohlen um die Haut noch mehr zu reizen, um so eine möglichst exakte Narbe zu erzielen. Sehr schmerzhaft, und bestimmt nicht ungefährlich!

Das nur als Vorwort. Denn was ich heute schreibe, ist eine Praktik, die relativ selten praktiziert wird, jedoch in fast jedem Fragenkatalog aufgeführt ist. Dabei ist die Klientel, die das Cutting passiv oder aktiv ausführt von 18 – 80 Jahren weit gefächert. Manchmal wird das Cutting auch als Skarfing bezeichnet, je nachdem welches Werkzeug verwendet wird. Cutting (engl. schneiden) wird meist mit Messer oder Skalpell ausgeführt. Beim Scarfing (engl. schnitzen) geht es um größere Hautstellen, ähnlich wie beim Kürbisschnitzen, und ich würde fast Häuten dazu sagen.

Ich persönlich habe panische Angst vor Nadeln und überhaupt kann ich Blut nicht sehen. Als Köchin habe ich mich öfter in den Finger geschnitten; was nicht nur höllisch weh tat, sondern auch sehr langsam verheilte. Deshalb würde ich von dieser Praktik immer sehr großen Abstand halten. Das soll jetzt weder wertend, noch verurteilend rüber kommen. Für mich ist Bloodsport überhaupt nichts! Alles was bleibende Spuren hinterlassen könnte, und Rückschlüsse auf mein Sexleben zulässt, lehne ich eben ab. Schließlich habe ich Freunde die ich sehr mag, die das nicht verstehen würden. Ich denke es ist halt schwierig wenn man so etwas betreibt, noch den Anschein zu wahren Stino zu sein. Man wird schnell verurteilt, und wenn es nur ist, dass die Leute denken man hat einen an der Klatsche, weil man sich ritzt. Wie gesagt: ist nicht wertend, sondern nur das, was Menschen in meiner unmittelbaren Umgebung darüber denken.

Selbstverständlich gibt es genügend Leute, die auf so extreme Sachen im BDSM total abfahren. Ich habe hier auf wordpress zwei Autoren gefunden, die sich damit näher auseinander gesetzt haben. Lisa Skydla hat ihre persönlichen Erfahrungen hier geteilt, und im BDSM-Lexikon wird der Begriff näher erläutert.

Beim Cutting geht es prinzipiell darum, den Körper des Sub zu kennzeichnen. Dabei wird sehr viel Mühe und Sorgfalt aufgewendet. Es ist nicht einfach ein Ritzen, wie man die Initialen in einen Baum ritzt. Viele Doms überlegen sich sehr gut wie es aussehen soll. Schließlich ist es ein Leben lang da. Natürlich gibt es auch cuttings, die keine Narben hinterlassen. Wie in dem oben genannten Beispiel wird die Sub nur angeritzt. Die Spuren des Spiels sind nur temporär.

Der Schmerz ist essentiell bei einem masochistischen Partner. Ich persönlich bin immer noch der Meinung, wenn man lange genug dem Masochismus frönt, wird der Körper immer schmerzunempfindlicher. Und nach einer gewissen Zeit ist es kaum noch steigerbar, um Lust zu empfinden. Dieser spezielle Lustschmerz muss dann durch extremere Spiele wieder hergestellt werden. Und da kann ich mir sehr gut vorstellen, dass ein BDSM-Paar anfängt mit Cutting.

Dazu gehört sehr viel Vertrauen. Denn man stelle sich vor, der Sub schreckt zurück. Dann würde das Messer viel tiefer einschneiden als geplant, und die Wunde wäre größer. Ich hatte mal einen Dom, der wollte das auch „mal ausprobieren“. Er nahm ein Messer, und fuhr mir an der Seite damit hoch. Allerdings war ich so panisch, dass ich kaum atmen konnte. Alles in mir zog sich zusammen. Das war weder erotisch, noch entspannend. Deshalb mein Tipp: lass Dich nicht zu etwas überreden, das Du nicht willst. Niemals!!!

Leider gibt es viel zu viele schwarze Schafe, die sich als Dom bezeichnen. Ich habe hier schon so häufig darüber gewettert. Diese Menschen sind wirklich gefährlich. Leute, die nie etwas mit BDSM zu tun hatten, und nur mal ausprobieren wollen. Oder noch schlimmer, Sadisten die ihre Befriedigung aus dem Schmerz ihrer „Opfer“ ziehen. So einem Sadisten ist es egal, ob Du Lust empfindest. Er weidet sich an Deiner Angst, und Panik. Und je extremer Deine Reaktion, desto weiter wird er gehen, und desto weniger wird er gewillt sein, damit aufzuhören. Deshalb keine Experimente. Kenne Deinen Dom. Vertrauen ist das Schlüsselwort.

Selbst wenn Du sagst: hey, ich ritze mich, wie schlimm kann es da werden?! Sehr viel schlimmer! Wenn Du selbst ritzt, hast Du die „Waffe“ in der Hand. Du bestimmst Tiefe, Schmerz, Stelle. Beim Cutting gibst Du völlig die Kontrolle ab. Und nicht nur das. Es ist brandgefährlich. Egal ob Du Erfahrung beim Ritzen hast, oder noch nie etwas mit Cutting zu tun hattest. Es kann immer eine Narbe bleiben. Du kennst das doch selber: manchmal schneidest Du Dich, und es verheilt ohne Spuren; dann wieder stößt Du Dich an, blutest ein wenig, und zurück bleibt eine unschöne Narbe. Das kann man nie vorhersagen. Auch kann man nie vorhersagen wie der Körper reagiert. Nicht jeder Tag ist gleich. Heute tut es vielleicht nicht weh, morgen kann der Schmerz unerträglich sein. Es ist immer anders. Und nochmal, ganz wichtig: Versorge Deine Wunden. Egal wie klein der Schnitt ist. Desinfiziere! Nicht nur die Wunde, sondern auch das Werkzeug. Achte auf eine saubere Umgebung. Schließlich ist Blut ein Überträger, und eine offene Wunde, wie klein sie auch sein mag, kann sich entzünden. Ich sage nur: Blutvergiftung. Und damit wäre das Spiel dann plötzlich tödlich!

Es wird immer einen Punkt geben, an dem Du Stop sagen möchtest. Thema Safeword. Eigentlich eine gute Überleitung. Denn darüber könnte ich das nächste Mal schreiben. Wenn es wieder heißt: Tine Schmaus hat Spaß mit BDSM…..

Cumshot – In your face

Hier ist sie wieder, Eure Tine Schmaus, mit einem neuen Begriff nicht nur aus der BDSM-Szene. Lange war es still hier im Blog. Lag an persönlichen Problemen, einer Schreib-blockade, und coronamässigem Couchliegen. Aber jetzt gehts endlich wieder los, und starten möchte ich heute mit einem Jugendspruch: in your face. Was übersetzt so viel bedeutet wie: voll auf die Fresse. Und in Bezug auf Cumshot finde ich es sehr passend. Was ist das denn schon wieder? Macht das Spaß, oder tut das weh? Allen diesen Fragen werde ich in diesem Blog heute nachgehen.

Zuerst mal kommt wie immer wikipedia zu Wort. Hier spricht man hauptsächlich von der Pornobranche. Jedoch ist es mittlerweile in den Schlafzimmern üblich, dass auch hier der Cumshot praktiziert wird. Die meisten Männer fangen ja schon sehr jung an Pornos zu gucken, und sich dazu zu befriedigen. Um nun zu zeigen, dass ein Mann gekommen ist, und einen Orgasmus hatte, ist das Ejakulat ein klares, sichtbares Zeichen. Deshalb kann ein Mann auch keinen Orgasmus vortäuschen. Wer nicht ejakuliert, hatte keinen Orgasmus. Echt? Ist das wirklich so? Nein, natürlich nicht. Auch Männer können kommen, ohne zu ejakulieren. Das hat aber andere Gründe, und werde ich an anderer Stelle nochmal drauf eingehen.

Wenn es um Cumshot geht, ist das Ejakulat von enormer Wichtigkeit. Ich habe in meinem Leben sehr viele Männer kennengelernt, mich mit ihnen unterhalten, und auch mit wahnsinnig vielen Frauen darüber gesprochen. Es ist Geschmackssache. Das ist jetzt wirklich zweideutig gemeint. Nicht nur der Geschmack des Ejakulats des Mannes ist bei jedem Individuum anders, auch der Geschmackssinn jeder Frau ist anders. Ist wie mit Rosenkohl – entweder man steht drauf, oder man hasst ihn ^^ Außerdem darf man nie vergessen, was für eine klebrige Masse so ein Ejakulat ist. Sperma ist nicht flüssig wie Wasser, sondern eher cremig. Und je nach Konsistenz klebt es halt wie Honig am Körper, was nicht jeder Frau gefällt.

Beim Cumshot geht es darum, das Sperma des Mannes auf oder in den Körper der Frau zu spritzen. Meistens in den Mund, auf Bauch, Vagina, Brust, Gesicht, o. ä. um zu beweisen, dass Mann gekommen ist. Im BDSM hat es noch einen weiteren Grund: seinen Partner zu besamen, zu erniedrigen, oder „dreckig“ zu machen. Besonders in Sessions mit mehreren Partnern, beim Gruppensex oder Gangbang spielt der Cumshot häufig eine große Rolle. Ich habe aber auch schon von extremen TPE-Beziehungen gehört, wo ein Sklave nichts zu essen bekam, und nur von Sperma und anderen Ausscheidungen ernährt wurde. Das nur mal so nebenbei.

Das Wort Cumshot setzt sich aus zwei Wörtern zusammen. Cum = Sperma, und Shot = Schuss. Und tatsächlich kann es passieren, dass der Orgasmus des Mannes so stark ist, dass er bis zu 30 cm weit spritzen kann. Übrigens können auch sterilisierte Männer kommen? Natürlich! Die Hoden produzieren weiterhin Hormone und die Erektionsfähigkeit wird nicht beeinträchtigt. Eine Studie der Universität Frankfurt belegt, dass sterilisierte Männer den Sex mehr genießen und entspannter zum Orgasmus kommen. Allerdings sind keine Spermien mehr im Ejakulat. Aber da das Ejakulat nicht nur aus Spermien, sondern hauptsächlich aus der „Trägermasse“ besteht, fällt der Unterschied nur mit dem Mikroskop auf.

„Schatz schluck runter, das Bett ist frisch bezogen“. Ich kenne einige Frauen, die diesen Satz schon gehört haben. Über 80 % der Männer träumen davon, dass sie einen Blowjob bekommen, bei dem die Frau ihr Sperma schluckt. Ach ja, nochmal ein witziger Fakt: Sperma hat zwischen 5 und 25 Kalorien. Da die durchschnittliche Menge ca. 3,4 ml beträgt, kommt man ungefähr auf 11 Kalorien pro Cumshot. Allerdings muss ich dazu sagen, dass es abhängig ist, was Mann getrunken oder gegessen hat, und überhaupt schwankt die reale Menge eher bei 1,5 ml und 7,6 ml. Bedeutet, wenn man sich einen Cumshot gönnt, sollte man darauf gefasst sein, nicht nur spontan den Mund ziemlich voll zu haben, sondern dass man es per Druckbetankung direkt in den Hals gespritzt bekommt, und es dann schlucken muss – kann zu Hustenanfällen und Verschlucken führen (wenig romantisch).

Und dann wäre da noch der Geschmack. Ich habe immer gesagt, wer auf Austern steht, der mag auch Sperma. Für mich hat es fast immer sehr salzig geschmeckt, und oft musste ich würgen und Brechreiz unterdrücken. Denn wer Salzwasser trinkt, kennt die Wirkung (Erbrechen). Das ist aber beim Cumshot nicht erwünscht. Beim BDSM wird man dafür bestraft. Und in Pornos sieht es wirklich einfach aus, und die Frauen stehen da total drauf. Also was kann Mann tun, damit der Partner auch schluckt? Genau: Ananas-Saft trinken. Klingt erstmal total witzig, funktioniert jedoch super. Plötzlich schmeckt das Ejakulat süß und ist äußerst bekömmlich – okay, das klingt jetzt echt seltsam. ^^ Bei manchen Männern, zum Beispiel bei meinem Partner, ist dieser Geschmack von natur aus gegeben. Da stimme ich einem Blowjob gerne zu, und schlucke auch alles runter. Kann sogar passieren, dass ich nach Nachschlag verlange. Allerdings gab es eine Zeit, wo ich Intervallfasten machte, und ab 19 Uhr nichts mehr gegessen habe – also kein Cumshot nach sieben. Was totaler Unfung ist, wie wir gerade gelernt haben.

Trotzdem ist diese Praktik bei den meisten Frauen verpönt. Ich kann hier nur von Geschlechtsgenossinnen sprechen, da ich wenig bis keine Infos darüber habe, wie das in der Homo-Szene ist. Die meisten Männer mit denen ich Sex hatte, waren begeistert, und für 80% war es das erste Mal, dass eine Frau ihr Sperma geschluckt hat. Den Männern sei in diesem Kontext nochmal gesagt: ihr schmeckt nicht immer super. Und die Sauerei wenn ihr auf unseren Körpern ejakuliert, mögen viele Frauen nicht. Außerdem empfinden es einige Damen als extrem erniedrigend, wenn ein Mann ihnen ins Gesicht spritzt. Ähnlich wie anspucken. Deshalb habt bitte Verständnis, auch wenn ihr total auf den umgekehrten Dienst (Cunnilingus) steht. Schließlich geht es hier um bis zu 2 EL Flüssigkeit.

Natürlich gibt es auch beim Cumshot mehrere Varianten. Die meisten habe ich oben schon erklärt. Apropos: gilt es auch als Cumshot, wenn ein Kondom benutzt wird? Hmm, mal überlegen….. Was meinst Du? Würde mich über Kommentare und Erfahrungen sehr freuen.

Bukake ist eine Erweiterung wenn man es so will. Mehrere Männer ejakulieren auf eine Person. Ich glaube, dazu brauche ich nichts weiter zu sagen. Passiert in SwingerClubs, bei Gangbangs oder bei nem Dreier. Auch, wenn keine Kondome benutzt werden wollen. Massen Sauerei (finde ich zumindest) und danach sollte man unbedingt eine Dusche zur Verfügung haben. Ebenfalls sehr auffällig ist die Variante des Creampie. Da wird das Sperma aus der Körperöffnung herauslaufen gelassen. Vor allem wenn auf Vagina oder Anus gespritzt wurde macht das für mich auch Sinn, jedoch finde ich es mehr als unappetitlich, wenn jemand das Sperma aus seinem Mund herauslaufen lässt. Da sieht es dann nämlich tatsächlich wie weiße Creme aus. Aber wie immer – nur meine Meinung. Als Cumsharing, Swapping, Sahnebonbon oder Snowballing bezeichnet man das Weitergeben des Sperma (Igitt!) durch einen Kuss, oder einfach nur hinein tropfen lassen. Also entweder man schluckt es, oder man lässt sich anspritzen. Alles andere, dafür bin ich wahrscheinlich zu prüde. Ich mag es jedenfalls nicht. Um jedoch der Vollständigkeit genüge zu tun, habe ich das Thema jetzt hoffentlich genug ausgenudelt.

Ach ja, was mir noch einfällt. Wenn ein Mann ejakuliert, hat das Sperma eine Geschwindigkeit von 17 km/h. Man wird also nicht erschossen, oder bekommt blaue Flecken, wenn ein Mann auf einem ejakuliert. Jedoch sollte man das bedenken, wenn man sich in den Mund spritzen lässt (siehe weiter oben).

So, das wars jetzt an verrückten Fakten und unnützem Wissen für heute. War lustig die Recherche und ich freue mich schon aufs nächste Mal.

Masturbation – heute mach ich mir’s selbst

Selbstbefriedigung gehört nicht zum BDSM? Nein, das glaube ich nicht. Ganz im Gegenteil denke ich, dass Masturbation sogar ein sehr wichtiger Part im Spiel ist. Denn wer Orgasmuskontrolle ausübt, der befiehlt auch Masturbation. Wobei das Ausmaß ja immer ausschlaggebend ist. Aber fangen wir von vorne an:

Bei Masturbation unterscheidet man zwischen der weiblichen Befriedigung und der männlichen. Ebenfalls ist es ein großer Unterschied, ob man sich befriedigen lässt, und das noch als Selbstbefriedigung bezeichnen möchte, oder sich selbst stimuliert. Egal ob jetzt mit Spielzeug oder per Hand. Auch beim Orgasmus selbst gibt es Unterschiede, zumindest bei der Frau.

Ich möchte hier noch ein Geheimnis verraten: ich hatte jahrelang keinen Orgasmus durch einen Mann. Beim Geschlechtsverkehr war ich zwar stimuliert, „kam“ aber nicht. Keine Ahnung woran das lag. Deshalb blieb mir nur die Masturbation. Ich weiß aber, dass ich mit diesem „Problem“ nicht alleine bin. Vielen Frauen gelingt es nicht so abzuschalten, dass sie entspannt genug sind, sich gehen zu lassen und so einen befriedigenden Orgasmus zu haben. Denn sowohl die Intensität, als auch der Ort des Orgasmus definieren schließlich, ob man befriedigt und satt ist.

Bei einer Frau gibt es viele Wege um ans Ziel zu gelangen. Einige habe ich selbst ausprobiert, bei anderen bin ich immer noch am experimentieren. Ja, richtig gelesen. Sex ist keine Wissenschaft. Vieles läuft über try and error (Ausschlußverfahren). Als ich zum ersten mal gelesen habe, dass eine Frau unterschiedliche Orgasmen haben kann war ich extrem fasziniert. Es wird zwischen klitoral und vaginal unterschieden.

Um zu einem klitoralen Orgasmus zu kommen, reibt man die „Perle“ bis der Orgasmus eintritt. Klingt jetzt super einfach, ich finde aber das ist ganz schön schwer. Man stelle sich das weibliche Geschlecht vor. Um vereinfacht und ohne Bilder zu schreiben, diese zwei Klammern sind die Schamlippen ( ). Am obersten Punkt, ziemlich genau in der Mitte, befindet sich der Kitzler. Dieser wird geknetet, gerieben, oder einfach nur gedrückt. Klingt einfach, ist es aber nicht. Den Punkt zu treffen ist ganz schön schwierig, und bedarf einiges an Übung. Ich hab mir mal bei eis.de einen Druckwellenvibrator (Satisfyer Pro) gekauft. Geiles Teil. Bedarf aber, zumindest bei mir, einiger Übung. Angelegt war er schnell. Den Punkt fand ich auch noch. Aber dann gings los: ich war geil, ich lief schon aus. Nur der Orgasmus wollte sich nicht einstellen. Ich schob, ich drückte, ich veränderte die Position, nein, ich kam nicht. Ganze 10 Minuten (gefühlte Stunden) dokterte ich so an meiner Vagina rum. Ich war schweißgebadet, notgeil, aber kam nicht. Ich hatte gehört, dass Frauen innerhalb weniger Sekunden so zu einem Orgasmus kommen. Also warum klappte das bei mir nicht? Ich brauchte einige Anläufe. Als es dann klappte war das Ergebnis allerdings alle Mühen wert. So einen mega Orgasmus hatte ich noch nie. Meine Schamlippen zitterten, meine Beine auch, mein Herz schlug schneller, und dieses Gefühl überwältigte meinen kompletten Körper – und ja, ging dann echt schnell. Seit dem liebe ich dieses Teil, und kann es jeder Frau nur anraten (biggest Fan).

Aber was hat das jetzt mit BDSM zu tun? Nun, auf der Liste steht es. Und oftmals geben Doms ihrer Sub die Aufgabe sich selbst zum Orgasmus zu bringen. Manchmal bekommen sie Spielzeug dazu, manchmal per Hand. Oftmals sind Klammern, Seile oder andere Schmerz zufügende Gegenstände ein Teil des Spiels und ermöglichen der Sub so auch die masochistische Art auszuleben. Wenn Sub dann so richtig geil ist, nach dem ersten Orgasmus nach einem zweiten lechzt, setzt die Orgasmuskontrolle ein, und der Dom gibt den Befehl: stimuliere dich bis kurz vor den Orgasmus. So kann der Höhepunkt um Stunden hinausgezögert werden. Wenn dann endlich der erlösende Moment kommt, kann es so heftig sein, dass nur dieser eine vonnöten ist, um totale Erschöpfung und Befriedigung auszulösen. Viele Männer sehen auch gerne nur zu, wie Frau kommt. Umgekehrt ist es natürlich auch eine Methode einer Mistress ihrem Sklaven zu zeigen, dass er never inside sie nicht befriedigen kann.

Gilt es denn als Selbstbefriedigung, wenn der Partner einen stimuliert bis man kommt? Da gehen wohl die Meinungen auseinander. Auch ich unterscheide zwischen: ich machs mir selbst, und ich lasse mir beim selber machen helfen. Trotzdem ist es selbstgemacht. Keiner würde es in Frage stellen, denn schließlich macht nicht der Dildo/Vibrator oder anders Spielzeug den Orgasmus, sondern ich selber. Genauso sehe ich das, wenn ich die Hand meines Freundes führe, und ihm zeige wo ich gerade wie penetriert und stimuliert werden möchte. Das nur mal so nebenbei. Also weiter im Text:

Die andere Art des weiblichen Orgasmus ist der vaginale. Dieser entsteht, wenn Du etwas in Dich einführst. Dabei sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Holz, Plastik, eine Kerze, eine Karotte, ich glaub, ich hab alles schon gesehen oder zumindest davon gehört. Bei Wunderweib habe ich auch jetzt gelesen, dass es einen A-Punkt und einen U-Punkt gibt. Okay, wieder was gelernt. Noch genauer, wird das übrigens bei fit for fun erklärt. G-Punkt kennt schließlich jeder. Und ich denke den meisten lustvollen Frauen ist es schon passiert, dass sie ihre komplette Spielzeugkiste in sich einführen mussten, um endlich den befreienden Orgasmus zu erlangen.

Bevor ich jetzt noch auf männliche Masturbation eingehe was lustiges: letztens habe ich Last one laughing geguckt. Es geht darum die anderen zum lachen zu bringen. Wer als letzter lacht hat gewonnen. Und Karolin Kebekus (übrigens eine großartige Comedian) suchte ich Folge 4 gute Worte für weibliche Masturbation. Unter anderem waren dabei:

  • im Schneckenhaus einparken
  • 5 gegen Venus
  • die G-Saite spielen
  • den Diamanten schleifen
  • die Mona Lisa pinseln
  • sich einen von der Burg rapunzeln

und viele mehr. Einfach mal angucken – zum brüllen!!!! Wie ich jetzt da drauf komme? Ach ja, weil ich bei Barbara genau solche Begriffe gelesen habe und mich weggeschmissen habe. „Die Taube – fly high in the sky“ um nur einen zu nennen. Guck Dir das selber an.

Dass Männer masturbieren ist ja allgemein bekannt. Man geht davon aus, dass jugendliche Männer alle 20 Sekunden an Sex denken, und es sich mehrmals am Tag „machen“ müssen. Auch mein Freund ist leicht in Stimmung zu bringen, und wenn er länger als 2 Tage keinen Sex hatte, triggert ihn sogar der Thriller in dem eine Frau verhaftet wird, und in Handschellen abgeführt wird. Warum ist das so? Nun, ich denke das ist evolutionär bedingt. Schließlich müssen wir uns ja irgendwie fortpflanzen, und potente Männchen erweitern den Genpool. Mehr Sex, mehr Nachkommen. Ganz einfache Rechnung. Ach ja, eins möchte ich noch an dieser Stelle kurz themenfremd loswerden: sterilisierte Männer sind nicht kastriert. Sie können noch genauso Sex haben, haben keinerlei „Standprobleme“ und spritzen genauso ab, wie ihre potenten Kollegen. Nur sind es halt alles „Blindgänger“ ^^

Um sich als Mann selbst zu befriedigen gibt es natürlich auch hier Hilfsmittel, die Taschenpussi ist da erwähnenswert. Aber auch wie Mann es sich macht, ist unterschiedlich. Manche Männer reiben nur ihr Glied mit schnellen Bewegungen; andere benutzen beide Hände, eine am Schaft, die andere an die Peniswurzel. Für viele Männer ein no-go ist die Prostatamassage. Allerdings habe ich gehört, dass der daraus hervorgehende Orgasmus tiefer, intensiver und heftiger sein soll. Da das nicht unbedingt mein Gebiet ist, hat Beate Uhse ein paar Fakten dazu – siehe hier.

Wie auch immer wer es wem macht und warum. Wie oft man dabei kommt, und ob es genauso befriedigend ist wie Sex, das liegt an jedem selber. Was aber alle Artikel gemeinsam haben: Masturbation ist gesund! Ein Orgasmus ist gesund und befreiend. Orgasmuskontrolle kann zur Sucht werden, genauso wie Masturbation. Es gibt im BDSM-Bereich Menschen, die aus Sexsucht sich unterwerfen und sich selbst ein Orgasmusverbot auferlegen. Genauso gibt es Leute, die genau aus diesem Grund einen kompletten Verzicht auf Sex und Stimulation anstreben. Also egal wie Dein Verlangen geartet ist: Du bist nicht allein. Die Spielarten sind vielfältig. Schäm Dich niemals, und lebe Deine Lust!

Dessous – die Verpackung zählt

Einen Körper zu verhüllen ist erotischer und regt mehr die Fantasie an, als nackte Tatsachen. Das wusste schon Christo. Auf dem Markt gibt es in jeder Preisklasse und in jeder nur erdenklichen Farbe Dessous. In meinem heutigen Blog möchte ich mich mal mit den Mythen und dem Tragekomfort beschäftigen.

Was könnte sexier sein als eine selbstbewusste Frau die sich Ihrer Schönheit bewusst ist und Ihre verführerische Natur in vollen Zügen genießt!….bewirbt Oleanda ihr Angebot. Was ist aber, wenn Frau dick oder mollig ist? Ist das dann immer noch sexy? Nun, ich bin dick, und fühle mich in Dessous nicht wohl. Ich sehe jede Speckrolle und finde mich überhaupt nicht sexy. Mein Freund aber schon. Der steht total auf Corsagen, Strings und solche Sachen. Deshalb verschenkt er auch gerne welche.

Die Geschichte der Dessous ist faszinierend, weil eigentlich was wir heute als Reizwäsche bezeichnen, war im 14. Jahrhundert ganz normal und alltagstauglich. Während man heute verzweifelt eine Corsage sucht, die ordentlich passt und nicht weiß wie man sie schnürt, trugen die Barock-Frauen diese täglich. Seltsamer Weise gab es damals eine Corsagen-Revolution, weil die Damen sich nicht mehr einengen ließen. Heutzutage werden die Schnürer in der BDSM-Szene gerne gekauft und gesehen.

Ich habe mal zu Versuchszwecken eine Corsage einen ganzen Tag lang getragen. Ja, super unbequem. Nein, bücken funktioniert da überhaupt nicht. Auto fahren ist ebenfalls mit Atemproblemen verbunden. Arbeiten geht überhaupt nicht. Wenn die Kollegen nichts mitbekommen sollen, dann muss man echt flach atmen, damit man nicht einfach umfällt, weil einem die Luft wegbleibt. Denn sowohl am Schreibtisch, als auch als Verkäuferin die ständig auf den Beinen ist, bleibt Frau unbeweglich. Klar, für die Wirbelsäule ist das super, und die Haltung ist auch eine ganz andere. Aber ich war froh, als das Experiment zu Ende war, und ich endlich wieder im T-Shirt durchatmen konnte.

Im Spielgeschehen jedoch, kann so eine Corsage äußerst reizvoll sein. Ich hatte bereits über Breathplay geschrieben. Da ist Atemkontrolle ja gewollt. Und auch beim Bondage wird man eingeschnürt. Deshalb empfinde ich das als Vorstufe. Und mal ganz unter uns: eine Corsage kann ich selber schnüren, während ich mich definitiv nicht selber fesseln kann.

Um nochmal auf die Geschichte der Reizwäsche zurück zu kommen: auch Strapse waren noch zu Marilyn Monroes-Zeiten ganz alltägliche Bekleidung. Die Strumpfhose kam erst später. Heutzutage ist es schwer Halterlose zu bekommen. Ganz zu schweigen von dem unverschämten Preis, den man dafür bezahlen muss. Andererseits muss ich persönlich zugeben, dass Strümpfe den Vorteil haben, man zerreißt meistens nur einen. Wenn man also mehrere gleiche kauft, kann man sie einfach austauschen, und muss nicht immer komplett kaufen. Ach ja, kleiner Fakt nebenbei: wer eine Latex-Allergie hat, bzw. auf den „Klebstoff“ der Halterlosen allergisch reagiert hat nicht unbedingt verloren. Strapsgürtel sind günstig und tragen nicht auf.

Nun wird es aber zeit, sich mal mit dem Wort Dessous zu beschäftigen. Dessus kommt aus dem Französischen und hat einige Bedeutungen. Witzige wie z. B.

il compte dessus -> er rechnet damit

agir [par] en dessous -> heimlich vorgehen

faire unlavage du dessous de caisse -> eine Unterbodenwäsche machen lassen

Aber halt auch vernünftige wie:

dessous -> [Damen]unterwäsche

au-dessous -> darunter

Da ich ja nun mal in Deutschland lebe, das als konservatives Land gilt, ist für mich Reizwäsche immer noch ein Thema das man hinter vorgehaltener Hand bespricht. Wenn hier ein Mann einer Frau Reizwäsche mitbringt, möchte er, dass sie sie trägt. Und selbstverständlich möchte er Sex mit ihr in dieser Wäsche haben.

Über Reiz und Scham gab es übrigens in Chemnitz eine Ausstellung zum Thema. Leider schon im Jahr 2013. Gerne hätte ich mir die Exponate angesehen und noch mehr Wissenswertes zum Thema erfahren. Denn auch im konservativen Deutschland gibt es Landstriche, z. B. die ehemalige DDR, wo es sehr viel freizügiger zuging. FKK-Strand und Nacktbaden waren dort an der Tagesordnung, während im Westen die Frauen verhüllt wurden, und sich nur die Prostituierten und „Schlampen“ nackt oder aufreizend in der Öffentlichkeit zeigten. Vielleicht auch ein Grund, warum Pin-up-Girls so einen zweifelhaften Ruf hatten.

Verführung bedeutet, jemanden mittels gewaltfreier Manipulation durch Worte, Gesten, Reize und Kleidung in eine romantische Stimmung zu versetzen und zu etwas zu bewegen, was er von sich selbst aus zu diesem Zeitpunkt eigentlich nicht wollte (oder sich dessen noch nicht bewusst war). Dessous und Reizwäsche dienen der sexuellen Verführung und sollen den Partner durch erotische Reize zur sexuellen Handlung bewegen.

https://www.carlmarie.de/beratung/wissenswertes/

Das fasst ganz gut in Worte, was Reizwäsche eigentlich tut. Egal ob geschenkt, oder selbst gekauft. Und mal ganz ehrlich: ein schöner Spitzen-BH ist für mich genauso erotisch wie ein sündhaft teures Negligé. Bei Reizwäsche sollte es immer darum gehen, den Gegenüber zu reizen, anzuturnen und sich selbst zu gefallen. Denn wer sich nicht wohl fühlt in seiner Garderobe strahlt das auch aus.

Noch ein ganz wichtiger Tip: anprobieren! Ich bin eine Frau mit vielen Kurven und komischen Maßen. Wenn ich ein Dessous von der Stange kaufe, dann passt es fast nie. Wenn man in einer Großstadt lebt, gibt es meistens einen Schneider der das dann anpassen kann, bzw. gibt es mittlerweile auch sehr gute und günstige Schneidereien die Maßanfertigungen machen. Einfach mal hingehen, anprobieren, ausmessen und sich beraten lassen.

Marjan, DessousWerk, Tüll und Spitze um nur einige zu nennen. Noch ein kleiner Hinweis von meiner Schneider-Freundin: Versuche Dich nicht an einer Corsage! Niemals! Nicht nur dass die Materialien sündhaft teuer sind, sondern auch die Herstellung nimmt Zeit, Schweiß, Tränen und Enttäuschungen in Anspruch. Als sie das Ding endlich fertig hatte, und es auf einer Party trug, verabschiedete es sich bereits am Tresen, als sie das erste Glas Sekt trank – es war ein Lacher, und wir hatten Ersatz dabei. Jedoch sollte man da echt einen Profi ran lassen.

Wünsche Dir viel Spaß beim Geizen mit Deinen Reizen, und verbleibe wie immer Deine

Tine Schmaus

Jedem seinen Fetisch oder auf was stehst Du?

Wenn ich Motorrad fahre, trage ich am liebsten meine Lederhose. Die ist bequem und fühlt sich gut an. Nein, ich trage außer Unterwäsche nichts drunter. Warum auch? Ist ja nicht so wie bei einer „Plastikhose“ dass die schubbert, und ich mir alles aufreibe und am Oberschenkel eine Allergie bekomme. Er guckt mich an: Du hast einen Lederfetisch. Nein, habe ich nicht. Wie kommst Du da drauf? Das ist doch ganz irre!!!! Ich bin doch nicht pervers. Ich mag einfach das Leder auf meiner Haut, und es ist bequem. Da müsste ja jeder Biker ein Fetischist sein.

Eine Welt voller leidenschaftlicher Biker in Lederklamotten. Und plötzlich habe ich die Village People im Ohr mit YMCA. Verdammt, dieses Kopfkino. Warum ist das so? Was geht in einem Menschen vor, der einen Fetisch hat? Ist das ansteckend? Ist das psychisch krank, oder ganz normal? Haben wir vielleicht sogar alle einen Fetisch? Und was ist das überhaupt? Ich habe mir diese Frage schon öfter gestellt, und letztens einen Artikel von Autoringewürztmitherz gelesen, der sich genau damit beschäftigt. Ich stimme vielem zu, muss allerdings auch oft den Kopf schütteln, weil ich das so garnicht empfinde. Für mich ist Sex was ganz natürliches. Deshalb ist es für mich ganz normal, dass jeder eine andere Empfindung hat, und jeder ihn anders lebt und auslebt. Was für meine Freundin pervers und unnormal ist, kann für einen anderen Menschen erfüllend und befriedigend sein. Wenn ich mit meiner Mutter über Sex rede, ist es noch schlimmer – und sie redet sehr viel und gerne über Sex.

Deshalb fangen wir mal ganz unkonventionell an, und dröseln das Wort Fetisch auf. In Westafrika bezeichnet man heilige Mächte oder persönliche/unpersönliche Zauberwesen als Fetisch. Es hat was mit Voodoo zu tun, und gilt dort als Religion, dem Fetischismus. Fetischismus ist eine Wort-bildung zu Fetisch, von „unecht“, „künstlich“, „nachgemacht“ oder „Zauberei“, „Hexerei“ heißt es dazu auf wikipedia. Wenn man in der Enzyklopädie „sexuellen Fetischismus“ eingibt, erhält man dagegen ein wahres Feuerwerk der Theorien. Leider wird auch dort Fetischismus als behand-lungsbedürftig und als sadomasochistische Subkultur verteufelt.

Nun frage ich mich: wie sah das denn zu Kaisers Zeiten aus? Wenn ein strammer Soldat eine Uniform trug, auch privat, hatte er dann nicht auch einen Fetisch? Das war weder psychisch krank, noch irgendwie seltsam. Auch wenn er diese Uniform beim Sex nicht ablegte stellte das niemand in Frage. Ganz im Gegenteil. Frauen und Mädchen wurden gerade auf dieses Bild geprägt, und standen auf „Kerls“ in Uniform. Es erregte sie, und sie waren williger und einem Abenteuer nicht abgeneigt. Hatten die dann nicht auch einen Fetisch? Das war damals also gesellschaftlich anerkannt. Warum also ist heute das Wort Fetisch so negativ belegt? Was ist mit der Gesellschaft passiert, dass man eine Gänsehaut bekommt, wenn jemand einen Fußfetisch hat, oder sich ekelt wenn jemand Latex liebt? Kurz möchte ich noch auf einen wundervollen Menschen hier in wordpress verweisen: Stringpixel. Sie ist einfach großartig in ihrem Schreibstil und deckt für meine Begriffe den Bereich Fetisch sehr interessant ab. In ihrem Blog schreibt sie über Klamotten und Spielzeug das für mich Richtung Fetisch geht – aber das nur so am Rande.

Wenn man so auf wordpress stöbert, erhält man viele Vorschläge zu Blogs und Artikeln. Einer hat mich sofort fasziniert, und auch den möchte ich Dir nicht vorenthalten. Mike Barkowski. Unter Gedankenmanuskript hat er 9 Menschen aus unterschiedlichsten Schichten interviewt zu diesem Thema. Dabei herausgekommen sind faszinierende Charaktäre die man so auch als Nachbarn hätte haben können. Ehrlich, ungeschminkt und absolut sympathisch. Ich kann mich super mit den Fetischisten identifizieren. Bin ich selber einer? Wer weiß? Je länger ich recherchiere und mich schlau mache, desto unsicherer werde ich. Vielleicht ist jeder einer, nur weiß er es nicht. Oder gibt es nicht zu, was noch viel schlimmer ist. Denn jeder hat doch etwas, das ihn sexuell erregt (siehe Trigger).

Man stelle sich eine Gerade vor, an deren einen Ende BDSM mit nicht als einem Machtgefälle als zentralem Element steht. Am anderen Ende steht der objektgebundene sexuelle Fetischismus, zu dessen Ausübung kein:e Partner:in nötig ist und dessen Ausübung die einzige mögliche Form sexueller Aktivität ist. Dazwischen ist auf der Gerade alles möglich.

https://www.deviance.app/fetisch/

Diese Sätze beschreiben genau das, was ich bei dem Wort Fetischismus empfinde. Ich denke man muss unterscheiden zwischen einem Fetisch der mit einem Partner zu tun hat, und dem Fetisch der mit einer Sache zu tun hat. Es gibt bestimmt Menschen, die glücklich sind an Unterwäsche zu riechen; jedoch Probleme haben, diese Neigung mit anderen Menschen zu teilen. Diese Lust empfinden sie nur Zuhause in ihrem Kämmerchen, allein mit dem Objekt ihrer Begierde. Das ist was privates, das nur ihnen gehört. Ich muss mich erklären, deshalb gebe ich ein Beispiel: Wenn ich einen Porno gucke gibt es zwei Varianten. Die Öffentliche mit meinem Freund und die verschlossene, geheime, nur für mich. Es ist mir peinlich, und ich fühle mich unwohl, wenn mein Freund wüsste, was ich mir so angucke. Vielleicht denkt er, dass ich auf sowas stehe, oder er möchte es mit mir ausprobieren – das darf nie passieren. Das wird nie passieren. Deshalb gucke ich die zensierte Variante mit ihm zusammen, und lasse ihn im Glauben, dass das alles ist, was ich bin. Und ich denke, genau das ist das Geheimnis am Fetischismus.

Da er nicht gesellschaftlich anerkannt ist, sogar als krank und pervers gilt, wollen Normalos damit nichts zu tun haben. Ganz tief in sich drinnen wissen sie, dass es da etwas gibt. Aber sie drängen es zurück, oder machen es eben heimlich. Aber mal ganz ehrlich: man tut doch keinem weh damit! Wenn man jemanden liebt, sollte es ihm egal sein, ob Mann privat Damenunterwäsche und High Heels trägt, so lange, es nicht meine sind. Leider ist es mit der Toleranz nich weit her. Kennst Du „Grüne Tomaten„? Als sie ihrem Mann in Frischhaltefolie gewickelt die Tür aufmacht? Er ist schockiert, schiebt sie sofort wieder nach drinnen, und fragt panisch, ob sie jemand gesehen hat. Sie wollte ihm doch nur gefallen, ihn sexuell stimulieren. Aber es ist schon schwierig wenn der Partner so „extrem“ ist. Windeln, Babyspiele, Petplay, nur um einige zu nennen, gehören schließlich auch in die Kategorie Fetisch. Und deshalb ist es für Normalos schwierig. Woher soll jemand, der in der Öffentlichkeit steht, oder eben keinen Fetisch hat wissen, wie ausgeprägt der bei seinem Gegenüber ist. Da kann man schon Angst kriegen.

Deshalb finde ich es super, dass sich Journalisten mit dem Thema beschäftigen. In der Frauenzeitschrift Brigitte zum Beispiel. Geschrieben hat den Artikel bestimmt jemand, der mit Fetisch nichts am Hut hat. Aber ich habe mich sofort mit meiner Meinung wiedergefunden. Schuhe – ein Tick von Frauen. Darauf aufzubauen ist genial. Zwar stellt sich mir die Frage: ist jeder Sammeltick sofort ein Fetisch? Erregt es Sammler sexuell wenn sie ein neues Stück haben? Das wäre echt eine Frage, der ich mal näher nachgehen müsste. Aber mit wem sollte ich darüber reden? Genau, einem Sexualtherapeuten. Und genau das hat auch die Zeit gemacht. Eigentlich eine sehr seriöse Agentur die sich sonst mit Politik auseinandersetzt. Ach ja, und wenn wir schon bei Beispielen sind: guck doch mal bei wiktionary rein, die haben sehr komische Beispielsätze im Zusammenhang mit Fetisch.

Selbstverständlich beschäftigen sich, beruflich bedingt, natürlich auch Sexshops mit dieser Begierde. Und amorelie, genau die mit dem geilen aber sauteuren Adventskalender, haben dazu einen Podcast geschrieben. Was der Focus kurz und knapp hält, beschreibt amorelie ganz gut. Okay, die wollen schließlich auch die Produkte dazu verkaufen. Trotzdem fand ich es informativ. Kennst Du noch Dr. Sommer? Oh ich wäre so gerne wie sie. Und bei meiner Suche habe ich doch tatsächlich noch einen Bravo-Artikel gefunden, der sich ebenfalls mit dem Thema Fetisch beschäftigt. Bei myself musste ich dann doch schmunzeln. Ja, super recherchiert, und ganz toll beschrieben. Aber das las sich dann doch zu kurios: Liebe mit Bäumen und Somnophilie. Wer hat denn schonmal von sowas gehört?

…obwohl, ja, doch, ganz weit hinten in meinem Kopf regt sich was. War da nicht dieser Kerl, der seine Frauen immer bis zur Bewußtlosigkeit gewürgt hat, weil er nur mit ihnen Sex haben konnte wenn sie weggetreten waren? War eine Serie? Ja okay, aber trotzdem. Könnte wohl so auch real passieren. Aber dann wirds halt nicht nur schräg, sondern echt gefährlich. Schließlich und schlußendlich muss man halt ganz klar sagen: jeder Topf hat seinen Deckel. Einige Fetische ergänzen sich wunderbar, während andere schwer auszuleben sind. Für jeden Fetisch gibts eine Möglichkeit. Wie das aussehen kann, berichtet M. Cane in ihrem Erfahrungsbericht mit der ersten Fetischparty.

Ich bin zu dem Schluß gekommen: jedem sein Fetisch. Vielleicht war ich voreilig einen mir Fremden so zu vervorurteilen. Eigentlich bin ich echt tolerant. Ich bin neugierig, und wenn mir heute jemand eine Einladung zu einer Fetischparty schicken würde, ich könnte mich kaum halten. Ob ich es genießen würde, oder nicht schreiend wegrenne, das kann ich nicht sagen. Aber ich habe schon so viel ausprobiert, und bin immer noch neugierig. Das hat ja nichts mit dem Menschen zu tun. Nochmal, und das in aller Deutlichkeit: Ich mag zwar links sein, und Nazis verurteilen; jedoch ist mein bester Freund einer und so lange wir nicht politisch werden sind wir weiterhin beste Freunde. Er bekehrt mich nicht, und ich ihn nicht. Und genau so denke ich, sollte man es mit Sex, sexuellen Vorlieben und eben auch Fetisch halten: jedem Tierchen sein Pläsierchen ^^

Geschichten aus dem Leben

Um Dinge loszuwerden gibt es eine super Plattform: ebay Kleinanzeigen. Also habe ich kleines Schäfchen nicht passende Klamotten, Computerzubehör, Sitzsäcke, usw. fotografiert und für kleines Geld da eingestellt. Schließlich habe auch ich einiges an Einrichtungsgegenständen über ebay kostengünstig erworben.

Nichts ahnend, dass Klamotten, ganz besonders Schuhe, vielleicht einem bestimmten Klientel als Fetisch dient. Ja, manchmal bin ich einfach naiv. Ich wollte also meine roten Sneaker Gr. 36 über ebay verkaufen.

Es klingelt das Telefon, unterdrückte Nummer. Fand ich schon irgendwie seltsam, aber vielleicht ist der Anrufer ja paranoid. Ich bin da tolerant, und gehe trotzdem ran. Am anderen Ende ein jung klingender Mann, der mich nach den Sneakern fragt:

„Sind die getragen?“ ich: „ja, aber nur ganz kurz“ Schließlich will ich die Dinger ja verkaufen. Und tatsächlich hatte ich sie nur ein paar Stunden an, da sie mir zu klein waren, und meine Füsse weh taten. Man muss dazu sagen: ich habe Knick-Senk-Spreizfüsse. Nicht nur unerotisch, sondern auch zum Verkauf von Schuhen extrem unpraktisch.

„Wie kurz wurden sie denn getragen? Ich frage nur weil…….“ kurze Pause, hektisches Atmen „nun, ich habe da so einen Fetisch“ rückt er schließlich raus. Ich muss schmunzeln. Kein Ding, hatte ich mir schon beim ersten Satz gedacht. „Sie wollen also daran riechen?“ frage ich vorsichtig-indiskret nach. „Ja“ kommt es schüchtern.

„Ist doch kein Problem. Jedem sein Fetisch. Ich hab auch sowas. Ich steh auf Leder“ sprudelt aus mir raus. Verdammt! Ich hätte mir auf die Zunge beissen können. Warum kann ich nicht die Fresse halten? Immer bin ich so ehrlich, und gebe Menschen wie dem Fetischisten einen Grund mich länger in der Leitung zu halten.

„Uff, das ist ja super. Ich dachte schon ich hätte dich jetzt verstört. Die Meisten reagieren da sehr angeekelt und wenig tolerant.“ Ja, ich weiß. Fetisch ist für Viele ein Tabu-Thema. Ich finde sowas sehr faszinierend und bin immer interessiert. Allerdings habe ich nicht bedacht, dass ich damit Menschen wie meinen Anrufer damit bestärke.

Mittlerweile ruft er fast täglich an. Die Gespräche sind sehr persönlich. Es geht um sexuelle Vorlieben, und er hat mich sogar gefragt, ob er mal beim Squirten zugucken kann.

Das geht mir allerdings jetzt doch zu weit. Sowas ist schon sehr persönlich. Seltsamerweise würde es mich nicht stören ein Video zu drehen. Allerdings wenn eine Person zusieht und persönlich anwesend ist, finde ich das störend/irritierend und da kann ich nicht.

Ich weiß, dass Exibitionismus ebenfalls ein Fetisch ist. Und sehr viele Menschen stehen auf sowas. Zumindest träumen sie davon mal gefilmt oder beobachtet zu werden. Einige treffen sich auf Parkplätzen und stellen sich so öffentlich zu Schau. Das wäre nichts für mich. Okay, wenn mich jemand dabei erwischen würde wäre es mir peinlich. Schließlich ist das von mir nicht gewollt. Obwohl ich schon öfter im Wald oder im Auto ficken war. Trotzdem ist dann für mich erstmal schluß. Aber ich kenne halt Leute, die diesen Kick brauchen.

Zurück zu dem Fetischisten. Heute wird er wieder anrufen. Er möchte mittlerweile ein Höschen von mir, mit Squirtingspuren. Ich finde das ziemlich persönlich. Eigentlich wollte ich wirklich nur meine Schuhe verkaufen. Für 5 €, um etwas Geld in der Krise zu verdienen. So wie es jetzt aussieht, denkt der Fetischist ich wäre wie er. Und wenn ich ihn richtig verstanden habe, möchte er meine Unterwäsche geschenkt, weil ich ja die gleiche Vorliebe habe wie er. Oder zumindest ihn und seine Vorliebe verstehe.

Nein, das kann ich nicht. Heute werde ich ihm sagen, dass mir das zu viel wird. Ich will mich nicht mit ihm irgendwo treffen, und wie ein Dealer mein verpacktes Dufthöschen an ihn übergeben. Ich wollte wirklich Geld für meine Schuhe. Aber wenn ich meine Unterwäsche verkaufe, dann ist das irgendwie falsch. Ich möchte den Fetischisten nicht um Geld bitten. Selbst wenn er von sich aus 20 € anbieten würde. Ich habe mal gegoogelt. Da gibt es Seiten von Anbietern wie Buxerie oder Valeszka wo Einzelpersonen ihre getragene Wäsche feilbieten. Mit Bildern und Namen versehen kann man auch bei Studentslip oder erotic.markt von verschiedenen Menschen unterschiedlichste Klamotten erwerben. Aber weiß denn der gewöhnliche Fetischist, ob nicht der Tanga von einem bärtigen Kerl getragen wurde? Erkennt er das am Geruch? Nein, ich will darüber nicht so genau nachdenken.

Was ich jedoch gelernt habe bei dem kurzen Ausflug durch die getragene-Klamotten-Welt: es geht um Geruch, Veredelung und die Trägerin. Dazu habe ich einen Betrag über youtube gefunden der sich mit dem „Schnüffel-Fetisch“ näher auseinander setzt. Wer noch mehr über Fetisch erfahren möchte, ist hier super aufgehoben – zumindest fand ich diesen Beitrag sehr detailliert und informativ.

Ich möchte zum Schluß nochmals darauf hinweisen: ich verurteile das in keinster Weise. Jedem sein Fetisch! Ich bin bestimmt für Normalos auch pervers. Für mich ist Wäsche-Fetisch halt nix. Aber die Stino-Meinung, die von den Reportern teilweise an den Tag gelegt wird, verurteile ich zutiefst. Sie sind nicht so objektiv wie sie es sein wollten. Sie ekeln sich, und in ihren Gesichtern kann man deutliches Unverständnis lesen. Bei mir ist es gesunde Neugier. Und die werde ich mir trotzdem bewahren, obwohl es Menschen wie „meinen“ Fetischisten gibt, die meine Naivität und Neugier ausnutzen um ihre Lust befriedigt zu bekommen – und genau das werde ich ihm sagen, wenn er wieder anruft. Ich werde ihn nicht bitten, das zu unterlassen. Denn ich schätze ihn, und möchte ihn nicht beleidigen. Er muss nur verstehen, dass ich anders denke, und diesen Wunsch nicht befriedigen möchte!

Blinde Date? Aber nur mit Cover!

Früher, als ich noch Single war, trotzdem aber nicht auf den Sex verzichten wollte, war es immer ein Risiko sich auf ein Blind Date zu treffen. Mit dem Aufkommen meiner Leidenschaft für BDSM wurde die Gefahr nicht weniger. Was passiert, wenn da so ein Psycho auftaucht, und Dich in ein dunkles, kaltes Kellerloch einsperrt, Dich vergewaltigt oder gar Dich tötet? Wer findet Dich? Wer wird Dich suchen?

Alle diese Fragen schossen mir als junge Frau durch den Kopf. Leider ist es in unserer digitalen Welt kaum noch möglich, einen Partner (wofür auch immer) auf normalem Weg kennenzulernen. Vielleicht wohne ich auch in der falschen Gegend. Hier wird man schon schief angeguckt, wenn man die Person, die einem jeden Tag begegnet grüßt. Ich möchte gar nicht wissen, was die machen, wenn man versucht ein Gespräch mit denen zu führen. Auch in Vereinen treffen sich immer nur die Menschen unter sich, die sich seit Kindesbeinen an kennen. Neue Leute werden erstmal ausgegrenzt.

Deshalb ist das Internet ein Tummelplatz für Exoten wie mich. Hier guckt keiner nach Haarfarbe, Alter, Gewicht. Also, ja, doch, schon. Aber es ist anders. Hier gibt es für alles und jeden ein Forum. Dicke Frauen mit kleinen Titten, große Frauen mit kleinen Füßen, Männer die gerne Frauenkleider tragen, dünne Frauen die gerne kochen, Männer die Katzen mögen, usw. Auch ich war mal auf Facebook. Oder C Date oder La Blue oder wie sie alle heißen. Klar, wenn man in der Öffentlichkeit arbeitet sollte es doch möglich sein, auch anders Menschen kennen zu lernen. Zumindest dachte ich das immer. Aber die Leute gehen zwar gern in die Kneipe, picheln einen, und erzählen dem Barkeeper ihr ganzes Leben. Aber sich mit ihm zu verabreden ist dann doch zu persönlich. Äh what?! Ich hab das nie verstanden.

Lange Vorrede kurzer Sinn: wenn man sich verabredet, gerade wenn es nicht nur um Kaffee trinken in der Öffentlichkeit geht, dann sucht man sich eine Person des Vertrauens aus, die einen anruft und mal nachhorcht, ob alles in Ordnung ist. Und das ist dann der Cover! Dabei spielt es keine Rolle, ob der Cover männlich oder weiblich ist. Das mit dem Divers lasse ich hier weg. Ich mach den Scheiß nicht mit! Entweder oder. Divers ist genauso wie behindert. Ich finde es als Beleidigung gegenüber Transgendern sich als divers bezeichnen zu müssen. Aber das ist ein ganz anderes Thema. Sorry, musste einfach mal raus.

Im Google-Übersetzer wird cover als „Abdeckung, Deckel, Umschlag“ aus dem Englischen übersetzt. Was genau dem Prinzip entspricht. Der Partner deckelt den Abenteurer. Man weiß nie, was hinter dem nächsten Busch lauert. Jeder könnte ein Psycho sein. Vielleicht habe ich auch in letzter Zeit zu viele Thriller geguckt und gelesen. Aber mal ganz ehrlich. Die schlimmsten sind immer die netten Onkel von Nebenan. Deshalb fand ich es super spannend, dass es mittlerweile eine SMJG Coveragentur für Jugendliche gibt.

Gerade jüngere, unerfahrenere und ängstliche Menschen sollten die Möglichkeit haben, sich beschützen zu lassen. Niemand möchte einen Schrank neben sich haben, der wie im Film jeden wegschubst. Die meisten kennen so jemanden nicht mal. Aber ich finde es super, dass es Agenturen gibt, die dieses Problem erkannt haben, und eine Lösung anbieten. Mal ganz ehrlich: bei meinem ersten Sexdate hätte ich mir lieber die Zunge abgebissen, als meiner besten Freundin zu erzählen, dass ich mich im Hotel mit nem Kerl auf ne schnelle Nummer treffe.

Eher passiert es, dass die beste Freundin herhalten muss, wenn nicht ganz klar ist, wie das Date verlaufen könnte. Damit meine ich, dass bestimmt einige Dates nur durch den Anruf des besten Kumpel gerettet wurden, und der plötzlich eine „Autopanne“ hatte und dringend Hilfe brauchte. Aber das meine ich hier nicht. Es geht hier in diesem Artikel ausschließlich darum, dass ein Rückhalt, eine Rückversicherung, in greifbarer Nähe zur Verfügung steht. Quasi der Fluchtwagen.

Bei Wikipedia steht dazu, dass Cover die Bezeichnung für den Schutzengel ist. Finde ich übrigens sehr passend. Ich würde sogar noch weiter gehen. Ähnlich wie bei einem Job ist das erste Date ja nur ein Vorstellungsgespräch. In der BDSM-Szene hat sich das allerdings irgendwie immer mehr dazu gewandelt, dass man zwar die Parameter auslotet, und zwar an einem Ort mit vielen Menschen, jedoch das Spiel hinter verschlossenen Türen stattfindet. Deshalb ist ein Cover ja auch so wichtig. Egal ob er nur am Telefon auf den Rückruf und die Entwarnung wartet, oder sogar mit dabei ist. Es kann immer was passieren. Ich würde nie wieder ohne Cover zu einer Session gehen.

BDSM theory geht da sogar noch einen Schritt weiter. Der Autor bezweifelt, dass ein Cover vor Schaden bewahren kann, wenn man an einen wirklichen Psycho gerät. Aber wie oben schon geschrieben: wer sagt denn, dass nicht ausgerechnet mein persönlicher Cover mit dem Date gemeinsame Sache macht? Besonders in der BDSM-Szene sind Vergewaltigungs-Fantasien sehr beliebt. Auch bei den Subs. Wie soll da ein Cover entscheiden? Ich weiß nicht, ob ich das könnte. Bei mir ist irgendwann eine Schmerzgrenze erreicht. Und wenn ich meine Freundin oder meinen Kumpel in so einer Situation sehe, dann möchte ich eingreifen. Wer sagt mir denn, dass ich damit das Spiel nicht ruiniere?

Bestes Beispiel Michel. Unser neuer Autor hier. Ich könnte niemals bei einer seiner Sessions dabei sein. Wenn ich sehe, wie er Schmerzen hat und leidet, möchte ich gerne der Herrin die Knute aus der Hand reißen, oder Jehan von ihm runterziehen. Aber genau das ist es, was er möchte. Das ist seine Fantasie. Auch wenns jetzt gerade weh tut. Gleich wirds richtig geil, und er genießt es. Was wäre ich da für ein Cover, wenn ich ihn seiner Lust und Befriedigung beraube, nur weil ich es nicht aushalte?!

Ich denke auch als Cover hat man es schwer. In diesem oben erwähnten Fall, wäre für mich „Ferncovern“ besser. Klar, irgendwie ist das auch doof, denn wenn ich x Kilometer entfernt auf einen Anruf warte, wie will ich da eingreifen? Trotzdem gibt es ein besseres Gefühl. Sowohl dem der covert als auch dem, der sich in der Situation befindet. Ich meine im schlimmsten Fall ruft man halt dann die Polizei. Klar, wird doof, und man gerät in Erklärungsnot, aber Freund und Helfer und so……die müssen was tun, und sind vor Ort.

Zum Abschluss noch die Geschichte von M und mir und dem Covern. Bevor M mein Freund wurde, hatte ich viele Sexkontakte. War dauernd unterwegs. Er machte sich echt Sorgen, deshalb erlaubte ich ihm mich zu covern. Fand ich ja auch irgendwie süß. Er wusste immer wo ich wann mit wem war. Ich bekam meistens 5 Minuten nach Datebeginn einen Anruf und wenn ich nach Hause fuhr, rief ich ihn nochmals an. Da ich nie bei jemandem übernachtete, dauerten meine Dates nie länger als max. 3 Stunden. Er war nie mit dabei. Und trotzdem fühlte ich mich sicher. Also für mich hat ferncovern funktioniert.

Ach ja, eine andere Geschichte habe ich hier gefunden. Vielleicht gefällt sie Dir ja

Bondage, Shibari, Kinbaku – oder wie man Tine zum Schweigen bringt

Nach dem letzten Eintrag ist es hier ruhig um mich geworden. Natürlich hat mein Freund den auch gelesen, und war sehr getroffen. Wir haben lange geredet, und uns war klar, dass sich etwas ändern muss. Ich habe gerne harten Sex. Und ich mag es, dominiert zu werden. Also soll man etwas ändern, was doch eigentlich so gewollt war? Nun, es muss eine neue Komponente gefunden werden.

Da wir seit letztem Monat bereits einen Termin bei Kanjo Emotion hatten, wollten wir den auch wahrnehmen. Egal, ob unsere Beziehung derzeit ziemlich kaputt ist. Schließlich wohnen wir zusammen, und eigentlich ist es mehr als BDSM was uns verbindet. Über Joy sind wir vor kurzem auf Shibari Bremen aufmerksam geworden, bei denen wir einen Online-Kurs hatten.

Zugegeben, das ist nicht so cool. Unter den derzeitigen Corona-Bedingungen aber die einzige Möglichkeit. Einige bieten solche Kurse im Internet an. Es dauerte ca 2 Stunden, und war vollgepackt mit Informationen. Gefesselt wurde da kaum. M und ich hatten vor Corona bereits einen Einführungskurs in einem Club. Interesse hatte ich daran schon immer. In der BDSM-Szene ist fesseln ja kaum weg zu denken. Da wird immer irgendwas mit Handschellen usw. gemacht. Nach dem Kurs habe ich erst angefangen mich damit zu beschäftigen.

Das erste was auffällt, sind die unterschiedlichen Bezeichnungen. Bondage, Shibari, western Style, und wie sie alle heißen. Da muss man erstmal durchblicken. Andreas hat in seinem Blog das sehr schön erklärt. Ich denke kurz und knapp gesagt, ist Bondage ein anderes Wort für western Style. Da es aus Europa kommt, für mich am ehesten nachvollziehbar. Übersetzt heißt das so viel wie „Knechtschaft“ oder „Unfrei“. Was dann eher in die BDSM-Szene einzuordnen ist. Hier geht es darum, den Fesselpartner bewegungsunfähig zu machen, um mit ihm spielen zu können. Es geht um Fixierung, zumeist mit Handschellen, Armfesseln oder Klebeband. Ich persönlich habe Bondage immer als Vorstufe zum Sex erlebt. Meistens wurde ich fixiert, damit mein Herr in mich eindringen konnte. Dass ich dabei Lust durch Fesselung hatte, war für ihn Nebensache. Ihm ging es darum, dass ich mich nicht wehren kann.

Durch den Workshop bekam ich dann ein ganz anderes Gefühl fürs Fesseln. Aber zuerst mal ein paar Begriffe, damit keiner durcheinander kommt. Ich, als gefesseltes „Opfer“ werde meistens Bunny genannt. Diese Verniedlichung wird aber nicht von allen Riggern gerne benutzt. Ein Rigger ist der aktiv Fesselnde. Auch hier bezeichnet sich nicht jeder gleich. Der Unterschied wird besonders extrem spürbar, wenn man sich mit jemandem unterhält, der Shibari macht. Da ist es kein Bunny, sondern der Fesselpartner, und man selbst ist kein Rigger, sondern der Fesselnde.

Shibari bezeichnet das Ergebnis des Fesselns an sich. Übersetzt heißt es „fesseln“ oder „festbinden“. Seinen Ursprung hat es im Militär, bzw. aus dem Polizeidienst wo in Japan Menschen abgeführt wurden, bzw. als abschreckende Maßnahme. Heute ist Shibari ein Ausdruck für Seilfesselungen, und wird an Schulen gelehrt. Siehe auch wikipedia oder da. Durch die Vielzahl der japanischen Bezeichnungen klingt es natürlich viel interessanter als das profane Bondage. Und sieht natürlich auch viel besser aus. Susann Decuir hat dazu ein paar Gedanken und Bilder mit Fakten zusammengetragen.

Kinkbaku bedeutet „straffes schnüren“ und dabei geht es um kunstvolles Fesseln. Ja, das geht auch. Während beim Bondage und beim Shibari das Bunny (ich finde den Begriff super) gefesselt wird, und durch diese Fesselung Lust verspürt, und es danach nicht ausgeschlossen ist, dass man danach übereinander herfällt – egal ob gefesselt oder nicht, geht es beim Kinkbaku hauptsächlich um Ästhetik. Kinkbaku ist der Weg über das Shibari zum Fesseln. Die Seilbändigerin hat dazu wunderschöne Bilder mit Erklärung auf ihre Webseite gestellt.

Bevor ich Dich jetzt mit Begriffen wie Starppado, Karada oder Hogtie langweile, will ich lieber etwas zu gestern erzählen und allgemeine Verhaltensregeln hier aufschreiben. Denn immer steht das Wohlergehen des Bunny im Vordergrund. Wenn der Rigger unerfahren ist, ist das nicht weiter schlimm. Allerdings bei zu großer Selbstüberschätzung kann es passieren, dass es zu Unfällen oder sogar zum Tod führen kann. Ja, Tod!!! Jeder Lehrer wird deshalb immer darauf hinweisen wie wichtig es ist, während der kompletten Fesselung anwesend zu sein. Lass niemals Deinen Fesselpartner alleine. Weder hängen, noch liegen. Man weiß nie wie so ein Körper regiert. Selbst ich, die ja bekanntlich total auf würgen steht, kann einen Schock bekommen, keine Luft mehr kriegen, Finger werden taub, usw. Es ist eine lange Liste, was passieren kann.

Wohlfühlen ist die Devise. Shibari hat etwas mit schöner Musik und Gemeinschaft zu tun. Es ist das Einlassen des Bunny auf den Rigger. Eine Einverständniserklärung zur Hingabe. Das hat weder etwas sexuelles, noch SM-mäßiges. Es ist ein Augen schließen, die Seile fühlen, und einfach nur genießen. Wenn eins von den Dingen nicht stimmt, dann macht es keinen Spaß. Weder dem Bunny, noch dem Rigger. Wenn Angst im Spiel ist, dann ist es von vornherein nicht gut. Vorfreude, Erregung, Aufregung, Herzklopfen, alles okay. Aber niemals Furcht, Panik oder ein ungutes Gefühl. Als Bunny musst Du Dir immer hundertprozentig sicher sein, dass Dein Rigger Dich jederzeit befreien kann und möchte. Deshalb, und jetzt wirds für viele seltsam: liegt immer ein Messer in greifbarer Nähe.

Ein Messer? Oh Schreck, wie furchteinflößend. Nein, reine Sicherheitsmaßnahme. Wenn irgendwas kneift, dann lockert man Seile. Wenn ein Kribbeln im Finger ist, dann fesselt man wieder ab. Aber wenn man keine Luft mehr bekommt, oder plötzlich eine Panikattacke, dann muss es schnell gehen. Da zählt jede Sekunde. Scheiß auf die Seile. Scheiß auf das Geld. Sofort Seile durchschneiden, Bunny trösten, oder sofort den Krankenwagen rufen. Niemals zögern! Es gab schon zu viele Tote bei Fesselspielen. Man unterschätzt die Zugkraft der Seile. So ein dünnes Seilchen, was soll das schon ausrichten? Nein, seine Zugkraft reicht aus, um sogar eine schwere Frau wie mich (über 80 kg) an der Decke aufzuhängen. Und wenn man diesen Fakt kennt, dann wird klar, dass man sich eben nicht so einfach befreien kann, und wie verheerend die Wirkung sein kann, wenn man ungeübt am Hals eine Schlinge macht.

Also Wohlfühlen, Augen schließen, nicht allein lassen. Ach ja, noch was: niemals einen gefesselten Menschen alleine laufen lassen. Denk doch mal logisch: wenn der hinfällt, kann er den Sturz nicht abbremsen. Der fällt voll auf die Fresse! Mal ganz plump ausgedrückt. Das tut nicht nur weh, sondern kann auch böse Verletzungen nach sich ziehen. Also: niemals alleine laufen lassen. Auch stehen ist da schwer. M hat mich gestern auf die Zehenspitzen gestellt, und an einem Ring in der Decke gebunden. Geiles Gefühl, aber so gefesselt definitiv nicht, ohne Halteseil. Wäre ich umgefallen, hätte er mich nicht auffangen können. Ich wäre wie ein Baum auf den Boden geknallt.

Suspension – Hängebondage/Tsuri

Ach ja gestern *seufz* das war schön. So viel positiven Körperkontakt hatten er und ich schon lange nicht mehr. Allein das Gefühl der Seile auf meinem Körper, die Wärme seiner Hände, die Musik. Es war ein wunderschöner Nachmittag, und ich danke Katja nochmal sehr dafür, dass wir zu dem Workshop kommen durften. Obwohl an den Wänden massig BDSM-Fetisch-Sachen hingen, ging es nur ums Fesseln. Und das war wahnsinnig romantisch.

Spinnt die jetzt? Ja, tut sie. Für mich war das Romantik pur. Wie ein Bad in Rosenblüten. Wunderschön, entspannend und Vertrauen aufbauend. Katja saß hauptsächlich nur neben uns, und hat uns an einer Puppe gezeigt wie es geht.

Eigentlich ging es hauptsächlich um TK. Takate Kote bezeichnet die Oberkörperfesselung. Sie ist Meisterin und darf deswegen unterrichten. Sie praktiziert schon über 7 Jahre Shibari. Gibt Workshops und ist auch auf Messen anzutreffen. Und auch sie hat mit TK angefangen.

Am besten man sitzt gemütlich auf dem Boden, den Partner hinter sich, und lässt sich führen. Bedeutet für mich als Bunny, lässig dasitzen, und gespannt warten was passiert. Klar, war es am Anfang langweilig, weil sie super viel erklärt hat. Jeder Knoten hat einen Namen, Meister soundso macht es so, aber modernere Varianten gehen so, ich bin fast eingeschlafen. Langsam knotete sich M dann vor, und am Schluss waren meine Arme auf den Rücken gefesselt. Mir tat nichts weh, ich konnte mich trotzdem nicht bewegen, und als ich mich an ihn anlehnte konnte ich seinen schweren Atem spüren und merkte, dass es ihn genauso faszinierte wie mich.

Katja lobte viel, weil er sich sehr geschickt anstellte. Die erklärten Knoten fielen ihm leicht, er konnte sie sich gut merken. Trotzdem musste er die erlernten Fesselungen mehrmals widerholen. Natürlich an mir. Da fiel mir dann schon auf, dass nach ca. 3 Stunden die Arme weh taten. Okay, keine tauben Finger, aber ich konnte weder sitzen, noch die Arme ordentlich bewegen. Ich brauchte ne Pause. Danach konnte Katja nicht mehr an sich halten, und holte den Ring für Suspensions.

Suspensions sind die Hängebondage-Figuren. Sehr kunstvoll anzusehen, aber ich bezweifelte, dass mir dazu die Kraft reichen würde. Also wieder Arme auf den Rücken fesseln, und dann ne Schlaufe hier, Sicherungsknoten da, und jetzt „kannst du sie aufhängen“. Sie zog noch ein Seil durch den Ring, und dann stieß sie einfach den Schemel auf dem ich saß weg. Ich war total perplex, und hing voll in den Seilen. M lächelte und ihm gefiel es offensichtlich. Und ich hing plötzlich an den Armen senkrecht in der Höhe. Okay, war doch nicht so schlecht.

Ich baumelte aus, und Katja legte nach. Sie schnappte sich ein weiteres Seil, und band meine Beine zusammen. Ich muss ehrlich sagen, die ist keine erogene Zone. Und trotzdem wurde ich feucht. Unglaublich, was so eine Fesselung mit einem anstellt. Diese Regung blieb den Beiden natürlich nicht verborgen. Katja zog die Seile wirklich straff an. Erst tat es ein wenig weh, aber Sekunden später wollte ich mehr Seil. Noch enger gefesselt werden. Komplett verschnürt sein. Ausgeliefert sein. Nur ein wenig so rumhängen. Aber sie hatte andere Pläne, und kniete sich vor mich hin, und zog mir einfach die Füße ein paar Zentimeter nach rechts. Ich geriet völlig aus dem Gleichgewicht. Wieder hing ich mit vollem Gewicht in den Seilen. Die Geilheit war weg, dafür Unsicherheit und die Bemühung das Gleichgewicht wieder herzustellen.

M war begeistert. Dieses Spielchen war damit auch beendet. Es war ja nur ein Experiment gewesen. Ich war total auf Adrenalin und konnte einige Zeit nicht reden. Es war auch nicht nötig. M fühlte das Gleiche. Wir waren uns plötzlich so nah wie schon seit Monaten nicht mehr. Ein Kuss war nicht einfach nur ein Kuss. Seine Lippen berührten immer meine linke Schulter wenn er wieder eine neue Seillage über meinen Oberkörper legte. Das war romantisch und erregend, so vertraut und doch so neu. So wahnsinnig nah und intim.

Ich denke Shibari kann ein wundervolles Hobby sein. Eine Passion und auch eine Sucht. Wer es nicht ausprobiert hat, der kann sich schwer die Faszination der Seile vorstellen. Ich bin jedenfalls angefixt. Ich will mehr davon. Und zum Glück möchte M das auch. Es ist immer noch wahr, wir haben Beziehungsprobleme. Aber wenn wir fesseln, dann sind wir uns nah und verbunden. Dann spielt das keine Rolle mehr. Vielleicht finden wir also über die Seile wieder zusammen.

Rope Marks

Master and Servant

Ein Dom muss seine Sub lieben. Das ist die Voraussetzung für das Spiel. Wie auch immer diese Liebe geartet ist. Selbst wenn ein TPE-Verhältnis vorliegt, liebt der Herr/Herrin seinen Sklaven/Sklavin. Sie brauchen einander. Sie erkennen einander an, und mit dieser Anerkennung beginnt das Spiel. Wenn das Vertrauen durch was auch immer erschüttert wird, endet das Spiel, und meistens auch kurz danach das Verhältnis.

Aber was passiert, wenn aus einem BDSM-Verhältnis eine reale Partnerschaft wird? Da ist viel Kommunikation, Einfühlungsvermögen und eine klare Trennung von Spiel und Leben notwendig. Es sei denn, es handelt sich um TPE natürlich. Angeregt durch den neuesten Artikel von EisbärDom über Warnzeichen habe auch ich mich mit dieser Thematik mehr beschäftigt. Nicht, dass ich das nicht schon seit einiger Zeit tue.

Wie meine Leser schon bemerkt haben werden, ist es still hier geworden. Die Einträge werden seltener, und haben so einen melancholischen Hauch. Eigentlich wollte ich doch über Lust und Spaß, über witzige Begebenheiten, ulkige Geräusche und erfüllende Sexpraktiken berichten. Ich wollte Euch teilhaben lassen an meinen Erlebnissen, und zeigen, wie viel Spaß und Erfüllung ein Leben als Sub bringt.

Derzeit macht es mich aber eher traurig. Mein Mann ist überhaupt nicht mein Mann. Er gehört einer anderen Frau. Er ist verheiratet. Eigentlich kein Problem. Ich war immer mit Männern zusammen, die mich weder wollten noch Single waren. Das bin ich gewohnt. Aber diesmal ist es anders. Ich empfinde etwas. Da rumort ein Gefühl in meinem Herzen, das mich dauernd traurig sein lässt. Mein letzter Eintrag, ein Versuch dieses Chaos in mir zu erklären. Und wieder muss ich mich rechtfertigen. „Was willst du eigentlich“ fragt er mich. Dich, sage ich. Aber ich kann ihn nicht haben. Sein Herz gehört der anderen Frau, seine Gefühle nur ihm selbst.

„Zum Sex braucht man Gefühle. Ich kann nur Sex haben, wenn ich in die Frau auch verliebt bin“ sagt er. Ich habe das missverstanden. Seinen Blick, so verliebt und sein Kuscheln. Sein Wunsch, dass ich bei ihm bleibe, seine Eifersucht, wenn ich andere Kerle traf. Das alles war ein Spiel für ihn. Er wollte mich nur für sich haben, damit sein kleines Ego nicht mit Anderen konkurrieren muss. Er war immer der Sieger. Ich habe alles für ihn aufgegeben. Gerne verzichtet. Auf fremde Haut, auf Machtspielchen, auf Zärtlichkeiten, auf Abenteuer.

Schon nach kurzer Zeit hatte er meinen Willen, mein Herz, meinen Verstand. Ich habe es immer als Liebe bezeichnet, weil ich noch nie so empfunden hatte. Ich will mich ihm hingeben, alles tun, um ihn zufrieden zu machen. Mich schlecht behandeln lassen, weil er sich an mir abreagiert, und danach dann wieder fröhlich ist. Niemals mehr fremde Haut spüren, keine Dates mehr, nur noch er. Ich verstehe, dass ich ihm nicht genug bin. Er braucht das für sein Ego. In seinem Job ist er ein großer Macher.

Er hat immer gern mit mir angegeben. Wie hübsch ich bin, und klug. Wieviel Sex wir haben, und dass ich ihn den ganzen Tag befriedige. Selbst unterm Tisch, wenn er in einer Telefonkonferenz ist. Das hat ihn erregt. Heute nicht mehr. Wegen Corona kann er nicht mehr in den Außendienst. Kann nicht mehr den Laborantinnen untern Rock gucken, Kursteilnehmerinnen zum Abendessen ausführen. Er muss Zuhause im Homeoffice versauern und hat nur seine kleine Sub.

Corona hat mich alles gekostet: meinen Job, mein Geld, meine Hoffnung und meine Libido. Mittlerweile bin ich ganz unten angekommen. Ich putze Klos. Was für einen Klosklaven ein Traum wäre, ist für mich ein Alptraum. Ich war mal jemand. Jetzt bin ich niemand. Das nagt auch an meiner Psyche. Ihm ist das egal. Er leidet ja mehr. Homeoffice ist ja so super anstrengend. Da braucht Mann Entspannung. Unverständlich, warum die dumme, kleine Sub vor Schmerzen kaum die Treppe hochkommt, und sich dann auch noch verweigert Sex zu haben. Es stört ihn schon lange nicht mehr, dass ich Schmerzmittel nehme, um BDSM zu praktizieren.

Eigentlich ein no-go! Für ihn ist das perfekt, denn dann kann er seinen kompletten Frust an mir auslassen, und meine Schmerztoleranz steigt quasi ins unermessliche. Einziges Problem: ich habe keinen Orgasmus mehr. Ja, das ist ein Problem. Nicht für mich, denn mir ist das schon lange egal. Aber für ihn. Er ist nur befriedigt, wenn ich mindestens einmal komme. Das ist aber gar nicht so einfach, wenn man immer nach Schema F fickt. Mein Kopfkino spielt da derzeit einfach nicht mit.

Früher habe ich dann einfach einen Orgasmus simuliert. Ich dachte, ich müsste das nie wieder tun. Aber wenn die Schmerzmittel nachlassen, und ich merke, wie sich meine Hüfte auskugelt, wenn ich noch weiter auf ihm rumrödel, dann muss ich schneller machen. Da er nach einmal kommen meistens nicht genug hat, sondern mindestens dreimal kommen muss, bevor er befriedigt heftig atmend unter mir liegt, muss ich dann halt improvisieren.

Was ich hier geschrieben habe ist reiner Frust. Enttäuschung, Wut, Hass, und eigentlich sehr ungerecht meinem Herrn gegenüber. Aber er hat gelogen! Als wir beschlossen ein Paar zu werden, gab er mir das Versprechen, dass er seine Frau verlässt. Ein Leben auf Augenhöhe. Wilden, hemmungslosen Sex. Überall, phantasievoll, erfüllend für beide. Bekommen habe ich einen faulen, depressiven Kerl, dessen Frau ich finanzieren muss, damit sei dreimal im Jahr in Urlaub fahren kann. Einen Typen dessen Selbstwertgefühl davon abhängt, wie viele Frauen ihm pro Tag ein Kompliment machen, und wie sein Job abläuft.

Er begründet es mit Corona. Diese Pandemie kann man nicht ändern. Man muss sich anpassen, und das Beste draus machen. Ich versuche das jeden Tag. Ich dachte, wenn ich ihm vormache, wie man trotzdem Spaß haben kann, macht er irgendwann mit. Aber es ist ihm alles nicht genug. Vor ein paar Tagen sagte er zum wiederholten Mal: „Du kannst mir nicht geben was ich brauche, deshalb suche ich mir eine Andere“. Das saß.

Und das ist der Grund, warum ich hier so ausführlich geworden bin. Ich suche eine Erklärung. Für mich, für ihn, und warum ich nicht weiß, ob und wie ich diesen Blog weiterführen soll. BDSM macht mir derzeit keinen Spaß mehr. Es ist mühsam geworden für mich. Wir haben Seile gekauft, und ich würde so gerne mal Shibari ausprobieren. Aber mal ganz ehrlich: wie soll das gehen, wenn ich nicht mal meine Arme heben kann vor lauter Schmerzen von der Arbeit?

Schmerzen sollten gut tun, Spaß machen, und als Masochist möchte ich sie auskosten. Derzeit will ich nur noch, dass es aufhört. Ich will mich in eine Ecke verkriechen, und meine Ruhe haben. Es tut mir leid, aber der Mann an meiner Seite ist da auch nicht wirklich eine Hilfe. Ich tue alles für ihn, aber da kommt nichts zurück. Ein Leben auf Augenhöhe? „Ich kann das nicht. Ich bin dominant, und das werde ich auch nicht ändern“ sagt er.

Für mich eigentlich kein Problem. Ich mag Männer, die eine eigene Meinung haben, und resolut auftreten. Ich ordne mich lieber unter, als Befehle zu erteilen. Aber ich mache nicht alles alleine. Denn dann hätte ich auch alleine in meiner kleinen Wohnung bleiben können. Das was ich hier habe ist Folter. Denn egal wie ich versuche ihm zu sagen, dass das weder BDSM noch TPE ist, lässt ihn wütend oder beleidigt reagieren. Er wird verbal verletzend, und ich fühle mich noch schlechter. Und so leidet eben auch meine Kreativität darunter, und ich möchte nicht mehr schreiben.

Wie es hier weiter geht, kann ich nicht sagen. Vielleicht so wie am Anfang mit ein paar sachlichen Artikeln wo ich Praktiken erkläre. Vielleicht habe ich auch in der einen oder anderen Weise Erfahrungen damit. Aber ich befürchte die Experimente und der Austausch mit meinem Partner M werden hier in Zukunft fehlen.