Dom, Sub oder doch switchen?

DOM – dominanz

Laut wikipedia definiert sich Dominanz dadurch, dass eine Person sich gegenüber einer anderen durchsetzt. Im BDSM geht man aber noch viel weiter. Wenn der Befehl gebende Part gemeint ist, spricht man von der Rolle des Dom. Vom untergebenen Part gern auch „Meister, Herr, Sir oder Master“ genannt. Der Dom gibt nicht nur die Richtung und das Geschehen im Spiel an, er beherrscht auch die Aktionen des untergebenen Parts, des Sub.

Wie finde ich heraus ob ich ein Dom/Mistress bin? Wenn Du der aktive Part im Spiel bist. Gerne Befehle gibst, und Dich nicht so gern unterordnest, dann bist Du eher dominant als devot. Aber das ist noch lange nicht alles. Ein echter Dom berücksichtigt die Wünsche seines Sub (siehe Liste) und erarbeitet mit ihm/ihr wie das Spiel gestaltet wird.

Es geht um die komplette Kontrolle der Situation. Ein Dom muss sich immer im klaren darüber sein was er/sie tut, und welche Konsequenzen das hat. Wenn ein Codewort ausgemacht wurde, muss er/sie sich daran halten, und sofort das Spiel unterbrechen. Jede Zuwiderhandlung wäre Mißbrauch, Vergewaltigung oder Schlimmeres. Nur im TPE ist es erlaubt, kein Wille des Sklaven mehr möglich.

Vielfach wird ein Dom auch mit einem Sadisten verglichen. Ich persönlich möchte das nicht tun. Ein Sadist fügt Schmerzen zu, weil der Masochist das so möchte. Er zieht seinen Lustgewinn aus der Erregung durch Qual. Ich möchte einen Dom eher mit einem strengen Vater vergleichen. Er tadelt schlechtes Benehmen, belohnt gute Taten, erzieht seinen Sub und macht aus ihm/ihr einen gehorsamen Sklaven. Im Idealfall unterwirft sich der Sub so sehr im Spiel, dass der Dom alles mit ihm machen kann; von erniedrigen bis körperliche Schmerzen, Einsperren bis Entführung, von Sexentzug bis Fremdbenutzung. Je nach Spiel-verhältnis und Intention sind viele Varianten oder nur ein paar der genannten möglich.

Es ist schwer seinen persönlichen richtigen Sub zu finden. Hierbei geht es um Äußerlichkeiten wie Haarlänge und Figur, aber auch um den Grad an Unterwerfung und Masochismus. Ich habe Doms kennengelernt, die als Belohnung dem masochistischen Sub Schmerzen zufügten, und als Bestrafung mit Sexentzug oder Orgasmusverbot drohten. Vielleicht bist Du aber auch einer der Doms, die es genießen einen Sub vor Dir knien zu lassen, und ihn/sie zu erniedrigen. Möglicherweise hast Du ein Hotwife zuhause, das Du zur fremdbenutzung an der Leine den Männern zuführst. Auch das ist domination.

Es gibt viele Arten und Stufen von Domination. Deshalb ist es auch schwierig für sich herauszufinden, ob man doiminiert, oder lieber Befehle befolgen möchte. Wer sich nicht entscheiden kann, nennt sich Switcher.

SUBMISSION – devot

Wörtlich übersetzt bedeutet Submission die Ausschreibung eines zu vergebenden Auftrags (Oxford Lexikon). Im BDSM geht es dabei um Unterwerfung. Als Sub möchte man Befehle befolgen. Sich seinem Herrn/Herrin unterwerfen, ihm/ihr alle Wünsche erfüllen und ihn/sie glücklich machen und befriedigen. Als Sub ist der Platz am Bottom, während der Dom der Top ist. Sub ist immer nur der untergebene Part. Klar hat man Wünsche und Vorstellungen, jedoch muß man diese in einem Vor-gespräch mit dem Dom abklären, und gegebenenfalls nachjustieren. Während des Spiels jedoch trägt Sub meist ein Halsband, und folgt ähnlich einem Hund, dem Befehl des Dom.

Wie finde ich heraus ob ich ein Sub bin? Hier geht es um Vertrauen und Charak-terfestigkeit. Sub zu sein ist nichts für schwache Nerven. Wer psychisch instabil ist, sollte von dieser Rolle die Finger lassen. Sich zu unterwerfen bedeutet nicht, dass man völlig die Kontrolle abgibt. Jedoch nur das Safeword beendet die Session. Wer seelisch verletzt wurde, oder nie einen eigenen Willen hat, denkt vielleicht dass genau diese Form des Sex für ihn/sie richtig ist. Jedoch ist das ein Irrglaube. Wer nicht rechtzeitig Stop sagt, riskiert, sich selbst zu vergewaltigen. Sich selbst Schaden zuzufügen. Und hinterher weinend oder schlimmer noch, mit einer Psychose da raus zu gehen.

Meistens sind Subs auch Masochisten. Ein Masochist zieht seinen Lustgewinn aus Schmerz. Eine Klammer hier, ein Schlag mit der Peitsche da, und schon ist man geil und sexuell erregt. Das kann so weit gehen, dass man nur durch die körperliche Qual einen Orgasmus bekommt. Wie gesagt, kann sein, ist aber nicht immer so. Einige Subs ziehen ihre Befriedigung auch aus der Erniedrigung. Sie wollen sich im Dreck wälzen, sich verkaufen und fremdbenutzen lassen, sich als Slut und Hure beleidigen lassen. Alles das ist, wie gesagt, nicht immer so gut seelisch verträglich. Manche Frau die ihr Leben lang von Männern als Wandertrophäe benutzt wurde, könnte an dieser Rolle zerbrechen. Ich habe aber von einigen Subs gehört, dass genau das den Reiz ausmacht. Endlich hat man eine Aufgabe: man ist die Ehehure des Herrn. Es macht den Meister glücklich, wenn er sieht, dass seine Sub zu etwas nütze ist. Und es befriedigt beide.

Das ist immer das Wichtigste: beide Parteien müssen Befriedigung aus dem Spiel ziehen. Deshalb ist es so schwierig seine persönliche Rolle zu finden. Ich bin Sub. War ich immer. Ich habe mich mal als Dom versucht, aber festgestellt, dass ich damit heillos überfordert war. So viele Befehle, dauernd braucht man Ideen, wie man das Sub quält. Nein, das ist nichts für mich. Ich will mich komplett unterwerfen. Das bedeutet Sicherheit für mich. Wenn ich etwas mache, dann im Auftrag meines Herrn. Ich kann es nicht falsch machen. Und wenn doch, werde ich bestraft und bekomme eine neue Chance.

Übersetzt bedeutet „to switch“ umschalten. Also ist ein Switcher ein Umschalter. In der BDSM-Szene sind solche Menschen nicht selten. Viele stellen nach einigen Sitzungen, manche nach vielen Jahren, fest dass sie nicht nur die eine Rolle spielen möchten. Manchmal hat man einen dominanten Partner mit dem man schon viele Jahre spielt, und möchte auch mal jemanden dominieren. Vielleicht ist das Spiel auch langweilig geworden, und man hat Ideen im Kopf die man gerne mal ausprobieren möchte.

Wie ich oben schon geschrieben habe, wird Dom meist mit sadismus assoziiert. Was aber, wenn man eher masochistisch veranlagt ist? Das ist ja total unpraktisch. Ein Dom muss bestrafen, Schmerz zufügen. Wenn man aber gerne selber gequält wird, sieht es mehr als komisch aus, wenn man sich selbst die Klammer an die Brustwarze klemmt, anstatt sie am Sub anzubringen. Dann passiert das sogenannte switchen. Man schlüpft von der Rolle des Dom in die Rolle des Sub, nicht um erniedrigt zu werden, sondern um diese Schmerzen erfahren zu dürfen. Was ganz normal ist im BDSM.

Genauso ist es mit Masochismus. Nicht jeder Sub möchte die Schmerzen aushalten. Ein kleines Beispiel zum Verdeutlichen: man läuft Nachts durch die Wohnung, und stößt sich den Zeh an. Erste Reaktion: man flucht. Meistens zweite Reaktion: man verflucht das Möbelstück und tritt nochmal dagegen. Und genau das passiert beim switchen. Man wird so erregt von der Erniedrigung und dem Lustgewinn, den der Dom aus der Situation zieht, dass man etwas zurück geben möchte. Also fängt man an, selbst jemandem Lustschmerz zuzufügen und erregt sich ebenfalls daran.

Meistens hat man zwei unterschiedliche Partner. Einen Dom, bei dem man „Zuhause“ ist, dem man vertraut, dem man sich unterwirft. Und einen eigenen Sub, manchmal sogar vom gleichen Geschlecht, dem man das weitergibt, was man selbst erlebt und für angenehm empfunden hat.

Achso ja, eins wollte ich dann doch noch loswerden. Oft wird ein Dom gefragt ob er auch fesselt. Ja, meistens wird ein Sub mit Handschellen, Handfesseln oder Seilen fixiert. Jedoch hat das überhaupt nichts mit Bondage zu tun. Und ich habe schon öfter erlebt, dass ein Sub ein wesentlich besserer Rigger war als ein Dom. Denn Domination bedeutet nicht, dass Sub Befriedigung aus der Fixierung zieht, sondern aus der Unterwerfung!

Veröffentlicht von tineschmaus

Vielseitig und Vielschichtig. Gedankenverloren und Gehirnakrobatisch. Steckt in keiner Schublade oder konservativem Denken fest. Guckt gern über Tellerränder und mit wachen Augen in die Welt. Ja, mich gibts wirklich. Nein, ich werde mich weder ändern noch verbiegen. Meine Freunde lieben mich, meine Feinde können mich....!

Ein Kommentar zu “Dom, Sub oder doch switchen?

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: