Masturbation – heute mach ich mir’s selbst

Selbstbefriedigung gehört nicht zum BDSM? Nein, das glaube ich nicht. Ganz im Gegenteil denke ich, dass Masturbation sogar ein sehr wichtiger Part im Spiel ist. Denn wer Orgasmuskontrolle ausübt, der befiehlt auch Masturbation. Wobei das Ausmaß ja immer ausschlaggebend ist. Aber fangen wir von vorne an:

Bei Masturbation unterscheidet man zwischen der weiblichen Befriedigung und der männlichen. Ebenfalls ist es ein großer Unterschied, ob man sich befriedigen lässt, und das noch als Selbstbefriedigung bezeichnen möchte, oder sich selbst stimuliert. Egal ob jetzt mit Spielzeug oder per Hand. Auch beim Orgasmus selbst gibt es Unterschiede, zumindest bei der Frau.

Ich möchte hier noch ein Geheimnis verraten: ich hatte jahrelang keinen Orgasmus durch einen Mann. Beim Geschlechtsverkehr war ich zwar stimuliert, „kam“ aber nicht. Keine Ahnung woran das lag. Deshalb blieb mir nur die Masturbation. Ich weiß aber, dass ich mit diesem „Problem“ nicht alleine bin. Vielen Frauen gelingt es nicht so abzuschalten, dass sie entspannt genug sind, sich gehen zu lassen und so einen befriedigenden Orgasmus zu haben. Denn sowohl die Intensität, als auch der Ort des Orgasmus definieren schließlich, ob man befriedigt und satt ist.

Bei einer Frau gibt es viele Wege um ans Ziel zu gelangen. Einige habe ich selbst ausprobiert, bei anderen bin ich immer noch am experimentieren. Ja, richtig gelesen. Sex ist keine Wissenschaft. Vieles läuft über try and error (Ausschlußverfahren). Als ich zum ersten mal gelesen habe, dass eine Frau unterschiedliche Orgasmen haben kann war ich extrem fasziniert. Es wird zwischen klitoral und vaginal unterschieden.

Um zu einem klitoralen Orgasmus zu kommen, reibt man die „Perle“ bis der Orgasmus eintritt. Klingt jetzt super einfach, ich finde aber das ist ganz schön schwer. Man stelle sich das weibliche Geschlecht vor. Um vereinfacht und ohne Bilder zu schreiben, diese zwei Klammern sind die Schamlippen ( ). Am obersten Punkt, ziemlich genau in der Mitte, befindet sich der Kitzler. Dieser wird geknetet, gerieben, oder einfach nur gedrückt. Klingt einfach, ist es aber nicht. Den Punkt zu treffen ist ganz schön schwierig, und bedarf einiges an Übung. Ich hab mir mal bei eis.de einen Druckwellenvibrator (Satisfyer Pro) gekauft. Geiles Teil. Bedarf aber, zumindest bei mir, einiger Übung. Angelegt war er schnell. Den Punkt fand ich auch noch. Aber dann gings los: ich war geil, ich lief schon aus. Nur der Orgasmus wollte sich nicht einstellen. Ich schob, ich drückte, ich veränderte die Position, nein, ich kam nicht. Ganze 10 Minuten (gefühlte Stunden) dokterte ich so an meiner Vagina rum. Ich war schweißgebadet, notgeil, aber kam nicht. Ich hatte gehört, dass Frauen innerhalb weniger Sekunden so zu einem Orgasmus kommen. Also warum klappte das bei mir nicht? Ich brauchte einige Anläufe. Als es dann klappte war das Ergebnis allerdings alle Mühen wert. So einen mega Orgasmus hatte ich noch nie. Meine Schamlippen zitterten, meine Beine auch, mein Herz schlug schneller, und dieses Gefühl überwältigte meinen kompletten Körper – und ja, ging dann echt schnell. Seit dem liebe ich dieses Teil, und kann es jeder Frau nur anraten (biggest Fan).

Aber was hat das jetzt mit BDSM zu tun? Nun, auf der Liste steht es. Und oftmals geben Doms ihrer Sub die Aufgabe sich selbst zum Orgasmus zu bringen. Manchmal bekommen sie Spielzeug dazu, manchmal per Hand. Oftmals sind Klammern, Seile oder andere Schmerz zufügende Gegenstände ein Teil des Spiels und ermöglichen der Sub so auch die masochistische Art auszuleben. Wenn Sub dann so richtig geil ist, nach dem ersten Orgasmus nach einem zweiten lechzt, setzt die Orgasmuskontrolle ein, und der Dom gibt den Befehl: stimuliere dich bis kurz vor den Orgasmus. So kann der Höhepunkt um Stunden hinausgezögert werden. Wenn dann endlich der erlösende Moment kommt, kann es so heftig sein, dass nur dieser eine vonnöten ist, um totale Erschöpfung und Befriedigung auszulösen. Viele Männer sehen auch gerne nur zu, wie Frau kommt. Umgekehrt ist es natürlich auch eine Methode einer Mistress ihrem Sklaven zu zeigen, dass er never inside sie nicht befriedigen kann.

Gilt es denn als Selbstbefriedigung, wenn der Partner einen stimuliert bis man kommt? Da gehen wohl die Meinungen auseinander. Auch ich unterscheide zwischen: ich machs mir selbst, und ich lasse mir beim selber machen helfen. Trotzdem ist es selbstgemacht. Keiner würde es in Frage stellen, denn schließlich macht nicht der Dildo/Vibrator oder anders Spielzeug den Orgasmus, sondern ich selber. Genauso sehe ich das, wenn ich die Hand meines Freundes führe, und ihm zeige wo ich gerade wie penetriert und stimuliert werden möchte. Das nur mal so nebenbei. Also weiter im Text:

Die andere Art des weiblichen Orgasmus ist der vaginale. Dieser entsteht, wenn Du etwas in Dich einführst. Dabei sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Holz, Plastik, eine Kerze, eine Karotte, ich glaub, ich hab alles schon gesehen oder zumindest davon gehört. Bei Wunderweib habe ich auch jetzt gelesen, dass es einen A-Punkt und einen U-Punkt gibt. Okay, wieder was gelernt. Noch genauer, wird das übrigens bei fit for fun erklärt. G-Punkt kennt schließlich jeder. Und ich denke den meisten lustvollen Frauen ist es schon passiert, dass sie ihre komplette Spielzeugkiste in sich einführen mussten, um endlich den befreienden Orgasmus zu erlangen.

Bevor ich jetzt noch auf männliche Masturbation eingehe was lustiges: letztens habe ich Last one laughing geguckt. Es geht darum die anderen zum lachen zu bringen. Wer als letzter lacht hat gewonnen. Und Karolin Kebekus (übrigens eine großartige Comedian) suchte ich Folge 4 gute Worte für weibliche Masturbation. Unter anderem waren dabei:

  • im Schneckenhaus einparken
  • 5 gegen Venus
  • die G-Saite spielen
  • den Diamanten schleifen
  • die Mona Lisa pinseln
  • sich einen von der Burg rapunzeln

und viele mehr. Einfach mal angucken – zum brüllen!!!! Wie ich jetzt da drauf komme? Ach ja, weil ich bei Barbara genau solche Begriffe gelesen habe und mich weggeschmissen habe. „Die Taube – fly high in the sky“ um nur einen zu nennen. Guck Dir das selber an.

Dass Männer masturbieren ist ja allgemein bekannt. Man geht davon aus, dass jugendliche Männer alle 20 Sekunden an Sex denken, und es sich mehrmals am Tag „machen“ müssen. Auch mein Freund ist leicht in Stimmung zu bringen, und wenn er länger als 2 Tage keinen Sex hatte, triggert ihn sogar der Thriller in dem eine Frau verhaftet wird, und in Handschellen abgeführt wird. Warum ist das so? Nun, ich denke das ist evolutionär bedingt. Schließlich müssen wir uns ja irgendwie fortpflanzen, und potente Männchen erweitern den Genpool. Mehr Sex, mehr Nachkommen. Ganz einfache Rechnung. Ach ja, eins möchte ich noch an dieser Stelle kurz themenfremd loswerden: sterilisierte Männer sind nicht kastriert. Sie können noch genauso Sex haben, haben keinerlei „Standprobleme“ und spritzen genauso ab, wie ihre potenten Kollegen. Nur sind es halt alles „Blindgänger“ ^^

Um sich als Mann selbst zu befriedigen gibt es natürlich auch hier Hilfsmittel, die Taschenpussi ist da erwähnenswert. Aber auch wie Mann es sich macht, ist unterschiedlich. Manche Männer reiben nur ihr Glied mit schnellen Bewegungen; andere benutzen beide Hände, eine am Schaft, die andere an die Peniswurzel. Für viele Männer ein no-go ist die Prostatamassage. Allerdings habe ich gehört, dass der daraus hervorgehende Orgasmus tiefer, intensiver und heftiger sein soll. Da das nicht unbedingt mein Gebiet ist, hat Beate Uhse ein paar Fakten dazu – siehe hier.

Wie auch immer wer es wem macht und warum. Wie oft man dabei kommt, und ob es genauso befriedigend ist wie Sex, das liegt an jedem selber. Was aber alle Artikel gemeinsam haben: Masturbation ist gesund! Ein Orgasmus ist gesund und befreiend. Orgasmuskontrolle kann zur Sucht werden, genauso wie Masturbation. Es gibt im BDSM-Bereich Menschen, die aus Sexsucht sich unterwerfen und sich selbst ein Orgasmusverbot auferlegen. Genauso gibt es Leute, die genau aus diesem Grund einen kompletten Verzicht auf Sex und Stimulation anstreben. Also egal wie Dein Verlangen geartet ist: Du bist nicht allein. Die Spielarten sind vielfältig. Schäm Dich niemals, und lebe Deine Lust!

Veröffentlicht von tineschmaus

Vielseitig und Vielschichtig. Gedankenverloren und Gehirnakrobatisch. Steckt in keiner Schublade oder konservativem Denken fest. Guckt gern über Tellerränder und mit wachen Augen in die Welt. Ja, mich gibts wirklich. Nein, ich werde mich weder ändern noch verbiegen. Meine Freunde lieben mich, meine Feinde können mich....!

2 Kommentare zu „Masturbation – heute mach ich mir’s selbst

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