Was hat Erziehung mit BDSM zu tun 2

Ja, hatten wir schon. Aber ich muss dazu einen Nachtrag einschieben. Wie heißt das so schön, wenn ein Journalist etwas schreibt, es nicht der Wahrheit entsprach, und er es dementieren muss? BDSM ist Erziehung in reinster Form. Und doch ist es eher wie die Abrichtung eines Tieres. Der Sklave möchte erzogen, abgerichtet werden. Es ist nicht wie bei einem Kind, dem man etwas beibringt, und es freiwillig sich an die Regeln hält.

Ich gehe sogar so weit, dass devote Personen immer den Wunsch haben zu dienen. Egal in welcher Konstellation, ob nur ein paar Spielstunden oder Tage, oder 24/7. Als Sub möchtest Du Deinem Herrn/Herrin gefallen. Du tust alles, um ihn/sie zufrieden zu stellen. Auch wenn es über Deine Kraft geht, es Dir schwerfällt, oder Du das Gefühl hast zu scheitern. Und das hat mit Erziehung nichts mehr zu tun, sondern gehört für mich klar in die Welt der Abrichtung.

Es gibt so viele Spielbereiche im BDSM wie Füße, auf die ein Sklave abgerichtet werden kann. Gelesen bei Michel, der schon länger lebt, wovon ich nur träume. Ich habe es versucht, bin aber gescheitert. Ich hatte einen Herrn, der mich abrichten/erziehen wollte. Wir hatten bei einem netten Gespräch in einem Café alle Parameter geklärt, und waren uns einig, dass wir nie Sex haben werden da er verheiratet ist. Und meine Abrichtung zielte vor allem auf das Aushalten von Schlägen aus. Zur Belohnung wurde ich gefesselt. Er war ein sehr erfahrener Rigger und ich wollte das schon länger mal ausprobieren.

Schon beim ersten Spieltreffen packte er mich an den Haaren, fesselte meine Beine und Hände, so dass ich wie ein Päckchen verschnürt am Boden vor ihm lag. Dann zog er seine Hose aus, und ich musst ihm einen blasen. Sein Schwanz war länger als gedacht, und ich musste würgen. Sofort packte er mich am Hals, und mit drohender, aggressiver Stimme schnauzte er mich an: „wenn du kotzen musst, leckst du danach alles wieder auf. Also wehe du kotzt“. Mir liefen die Tränen runter, und als er in meinem Mund kam, hätte ich fast alles wieder ausgespuckt, weil es so schrecklich schmeckte. Es war mehr, als ich ertragen konnte. Als er fertig mit mir war, löste er meine Fesseln, und zog mich an sich. Er streichelte mich, und lobte mich. Als wir später bei einer Cola zusammen saßen meinte er, das wäre nur ein Test gewesen, wie weit er gehen kann. Und er wäre begeistert, dass ich so dienbar bin.

Ich war nur einige wenige Monate in seinem Besitz. Aber er machte immer klar, wer der Herr ist, und seine Strafen waren drakonisch. Ich wollte es so. Ich habe ihn nie angefleht mich weniger zu schlagen, oder mit weniger Härte vorzugehen. Ganz im Gegenteil, ich ertrug die Schmerzen und bettelte oft nach mehr. Als sein Spielzeug war es meine Aufgabe meine Schmerztoleranz immer weiter zu erhöhen, sodass ich auch mit blutigen Striemen noch sitzen konnte. Er ist stark. Sehr stark. Handwerker. Und wenn er mit voller Wucht sein Paddel schwang, dann war meistens mit dem ersten Schlag der Hintern schon rot. Und das Paddel hatte er immer in der Hosentasche stecken.

Er wollte mich zu seinem Schlagzeug abrichten. Die Schläge prasselten manchmal nur so auf mich nieder. Ich merkte, wie sich meine Haltung veränderte. Immer wenn ich in seine Nähe kam, zog ich den Kopf ein, und wartete darauf geschlagen oder gepackt zu werden. Wenn wir im Club waren, war mein Platz zu seinen Füßen. Andere durften mich anfassen, manchmal auch über den Kopf streicheln. Aber selbst bei der Begrüßung von Bekannten musste ich fragen, ob ich ihnen die Hand geben durfte. Ich lernte schnell. Er war sehr zufrieden mit mir. Aber ich merkte, wie ich mich veränderte, und im realen Leben nicht mehr klarkam.

Wenn man sich dazu entscheidet diesen Weg zu beschreiten, und aus dem Spiel eine Abrichtung wird, dann hat man sich schon lange vorher dazu entschlossen. Und wie ich gestern schrieb, ist submission eine Veranlagung. Es wird immer Menschen geben, die sich lieber unterordnen als den Chef raushängen zu lassen. Genau aus diesem Grund hatte ich keinen Hund. Ich wollte nicht dauernd Befehle erteilen. Tu dies, lass das. Das liegt mir nicht. Ich bin für die individuelle Entfaltung eines Jeden. Macht mich das zu einem perfekten Spielzeug? Ja, wahrscheinlich. Erleichtert es mir das Knien und die Anbetung meines Herrn? Ja, unbedingt! Schätzt mein Herr diesen Wesenszug? Ich denke doch.

Für einen dominanten Menschen ist es schwer sich unterzuordnen. Sich an Regeln zu halten, die man nicht selbst gemacht hat. Vielen mächtigen Menschen fällt es auch schwer überhaupt zu erkennen wie Andere ticken. Entweder aus Desinteresse oder einfach aus der Tatsache heraus, dass sie es gewohnt sind ihren Willen zu bekommen. In einer Beziehung bedeutet das, dass es entweder ständig Streit gibt oder sich der Partner unterordnen muss. Und somit hat der dominante Part dann wieder seinen Willen.

Gelesen hat man das ja schon öfter in 50 Shades of Grey, Devoted, bei Needies Blog und auch bei Michel. Für mich ist er das Paradebeispiel eines gut erzogenen Sklaven. Da müssen Leute wie ich erstmal hinkommen. Meine Hingabe gilt meinem Herrn nur für die Zeit des Spiels. Auch wenn ich mich im Alltag mühe, meinem Mann alles recht zu machen, ohne Halsband gefügig bin, trotzdem habe ich einen eigenen Willen den ich kommuniziere. Es gibt viel zu viele Anlässe, an denen ich meinem Unmut Luft mache, ihn in Frage stelle, oder gar an ihm zweifle. Selbstverständlich möchte ich das ändern. Schließlich habe ich es gut in seinem Besitz. Er sorgt für mich.

Ich habe noch so viel zu lernen. Und wenn er nicht mehr diskutiert, sondern gleich die Gerte rausholt, dann kann aus uns eine beiderseitig erfüllende Sklaven-Herr-Beziehung entstehen. Ich freue mich schon drauf, wenn ich ihm willenlos dienen darf. Wenn sich mein Kopf endlich nicht mehr dagegen wehrt, sondern mein ganzes Dasein nur noch einem Zweck dient: sein Lustgewinn, seine Befriedigung, sein Besitz zu sein.

Veröffentlicht von tineschmaus

Vielseitig und Vielschichtig. Gedankenverloren und Gehirnakrobatisch. Steckt in keiner Schublade oder konservativem Denken fest. Guckt gern über Tellerränder und mit wachen Augen in die Welt. Ja, mich gibts wirklich. Nein, ich werde mich weder ändern noch verbiegen. Meine Freunde lieben mich, meine Feinde können mich....!

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