Was ist Body Worship?

Sich in seiner Haut wohl zu fühlen ist ein sehr wichtiger Punkt, wenn man sich mit anderen Menschen einlässt. Besonders, wenn es darum geht sich auszuziehen und Sex zu haben. Für mich war das lange Zeit nicht oder nur bedingt möglich. Und ich weiß, dass selbst wunderschöne Frauen, die in meinen Augen keinerlei Makel haben, ihre Männer bitten das Licht aus zu lassen, damit Beischlaf stattfinden kann. Aber was hat das mit BodyWorship zu tun? Nun hierbei handelt es sich um die Anbetung von Körperteilen. Kommt aus dem englischen „Anbetung des Körpers“. Wobei es in diesem Fall darum geht, den Körper des Partners anzubeten.

Ich muss zugeben, dass ich vor diesem Artikel noch nie davon gehört hatte. Ich fand den Begriff auf einer Liste in einem Forum und musste erstmal bei wikipedia googeln was das ist. Schon beim Lesen der ersten Zeile leuchtete quasi ein Lämpchen über meinem Kopf auf, und ich fühlte mich sehr erinnert an die wundervollen Zeilen von diener der SHI. Anbetung von slit (Scheide) und foot (Fuß) und das noch dazu in liebevolle Worte verpackt. Völlige Hingabe an diese Körperteile, die zu seiner Herrin gehören. Fantastisch! Erstrebenswert. Also habe ich weitergedacht.

Wie halte ich es denn mit meiner Leidenschaft? Verehre ich den Penis (cock) meines Mannes? Oh ja! Ich fasse ihn gerne an, ich streichle ihn, ich nehme ihn in den Mund, und es gibt nichts Schöneres, als wenn er in meinem Mund kommt, und ich seinen ganzen Saft schlucken darf. Er schmeckt so süß und lecker und ich kann überhaupt nicht genug davon bekommen. Ups! Ich merke, wie ich sabbere und mir die Lippen lecke. Also das ist BodyWorship? Hmm, wußte ich gar nicht. Das ist interessant. Da muss ich mehr erfahren.

Wenn man in der Suchmaschine es dann eingibt, erscheinen gar nicht so viele Beiträge zu dem Thema. Warum eigentlich? Finde ich echt schade, denn das Thema ist ziemlich interessant und bestimmt wissenswert. Schließlich ist es weder Fetisch noch eine Sexpraktik. Eigentlich beschreibt es nur eine Schwärmerei. Bei peitsche.de erfuhr ich zum Beispiel, dass es sich um die Verehrung des kompletten Körpers handelt. Und die muss es ja wissen, schließlich ist das ihr Geschäft. Wer des englischen mächtig ist, kann dazu auch gern mal bei kinkly gucken. Eine sehr interessante Diskussion übrigens.

Was ich an den Artikel am interessantesten fand war, dass immer der Bezug zum BDSM gesucht und gefunden wurde. Bei meinem Mann und mir liegt diese Liebe zu den Geschlechtsteilen definitiv weit weg vom BDSM. Er muss mich weder erniedrigen noch mich zwingen seinem Schwanz zu huldigen. Ich tu das auch mal in der Küche, wenn ich die Nudeln aufsetze *grins*. Ich finde das nicht weiter schlimm. Mein Mann natürlich auch nicht. Schließlich profitiert er von meiner Lust. Aber mit Zwang oder gar Erniedrigung hat das für mich nichts zu tun. Ich mach das freiwillig. Auch wenn ich draufstehe, wenn er mir dabei den Kopf immer fest auf den Schwanz drückt, und mit den Händen in meine Haare greift. Ist das denn schon BDSM?

Andererseits verehrt er, der Dom, auch meine Vagina. Er liebt meine Muschi. Wenn sie tropfnass ist und er mit dem Finger an meinem Kitzler spielt. Zwar hasse ich es und empfinde es als Strafe, wenn er mich spritzen lässt (squirten), für ihn jedoch ist es die Erfüllung seiner Wünsche. Das hat dann schon wieder eher was mit BDSM zu tun. Aber vielleicht sehe ich das ja zu streng. Deshalb hab ich hier von meinem Gastautor Michel noch einen Artikel verlinkt, der das Thema beschreibt. Das hört sich für mich dann wieder nach BDSM an.

Und dann ist da noch die Definition von BodyWorship bei fetisch.de. Also Leute mal ehrlich. Ich musste schmunzeln. Anbetung von Muskeln? Dann müsste ja jeder Typ, der im Fitness Studio sich selbst vorm Spiegel anhimmelt, ein BDSMler sein. Unmöglich! Ich bekomme das Grinsen überhaupt nicht mehr aus dem Gesicht. Diese Bilder im Kopf. Urkomisch. Ein Typ mit ner Hantel in jeder Hand, küsst bei jedem Mal heben seinen Bizeps. Ich schmeiß mich weg. Das hat doch überhaupt nichts mit BDSM zu tun. Ach, in dem Zusammenhang möchte ich auf einen japanischen Fetischkünstler hinweisen: Namio Harukawa. Wunderschöne Bilder. Hat für mich auch nichts mit BDSM, sondern mit Kunst zu tun.

Und weil wir schon beim Unterschied zwischen Kunst und Kink, Sex und BDSM sind, möchte ich einen kurzen Ausblick auf den kommenden Blog gewähren, in dem es ums Bondage geht. Was übrigens für mich ebenfalls eine Kunstform ist, und weder mit Sex noch mit BDSM zu tun hat. Ich weiß nicht, warum ich da so festgefahren bin. Wenn ich BDSM höre, wo ja auch das Wort Bondage drinsteckt, dann hat das für mich immer mit Zwang, Domination, Unterwerfung usw. zu tun. Klar macht es Spaß, keine Frage, aber warum muss man immer alles in eine Schublade stecken? Sollte gerade Sex nicht wertfrei und diskussionslos sein?

Ich merk schon, ich komm vom Thema ab. BodyWorship war auch für den Fesselblog einen Artikel wert. Wie immer wunderbar geschrieben und mit Hinweisen gespickt, dass es nicht nur Vagina, Penis, Anus oder Muskeln sein können, die man verehrt. Aber mal ehrlich: die Leute, die darauf stehen, dass man ihnen „ein Ohr abkaut“ sind spärlich gesät. Erst recht, wenn man mit der Zunge am Ohrläppchen spielt. Ich kenne Männer, die gerieten dabei regelrecht in Ekstase – negativer Art. „Igitt, ist das eklig“ war noch nett. Ich stehe halt auf viele komische Sachen, die mir Spaß machen, aber halt nicht jedermanns Welt sind. Super ist es dann, wenn man jemanden trifft, der diese Leidenschaften teilt.

Wenn dann die Lust in Liebe übergeht, welcher Art auch immer, dann hat man den Jackpot gezogen. Apropos, ich möchte hier zum Schluss auch noch einen Artikel verlinken der nicht ganz so ausführlich ist, jedoch nochmal andere Facetten aufzeigt.

Sex ist Ansichtssache. Genauso wie Körperlichkeiten. Der eine steht auf mollig, der andere auf behaart, wieder andere brauchen Muskeln und nen Sixpack. Sex ist was gefällt. Da ist jeder anders, und in manchen Situationen kann man sich selbst überraschen, wenn man einfach nur ausprobiert. Kleines Beispiel gefällig? Na klar willst Du das 🙂

Ich war auf einem Festival, hatte schon das eine oder andere Bier. Ich mag behaarte Männer, solange sich die Haare am Körper und nicht im Gesicht befinden. Bart geht überhaupt nicht. Finde ich widerlich. Mich quatscht also so ein bärtiger Geselle an, wir kommen ins Gespräch, und plötzlich küsst er mich. Voll widerlich? Nein, war echt angenehm. Seltsamerweise störte der Bart kein bisschen. Okay, aus uns wurde trotzdem nichts. Und mehr lief da auch nicht.

Was ich aber damit sagen möchte: probier so viel wie möglich aus. Auch wenn Dir was komisch vorkommt. Es ist Dein eigener Geschmack. Schäm Dich niemals für das was Du magst oder bist. Es gibt bestimmt ein paar Leute, die diese Sehnsucht teilen. Sex ist was Großartiges. Und BodyWorship ist eine Huldigung des Körpers. Nicht mehr und nicht weniger. Genau so sollte ein Partner auch behandelt werden. Gehuldigt. Auch wenn die Peitsche knallt oder Du Füße leckst. Wenn es Dir gefällt ist es gut. Lass Dich niemals vom Gegenteil überzeugen!

Und jetzt: immer schön kinky bleiben und lebe Deine Lust

Ein Kommentar zu “Was ist Body Worship?

  1. SM/ BDSM ist für mich nicht immer nur der Aspekt des Zwangs, es geht auch um Selbsterniedrigung oder einfach um Anbetung, Huldigung oder das Bedienen, in deinem Fall, dass du den Schwanz deines Mannes magst und ihn deshalb auch gern bedienst. Im SM/ BDSM kann das die weitere Ausprägung der Anbetung einnehmen, aber auch bei der Lust des Bedienens bleiben.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: