And last but not least A wie Ausleihen

Ausleihen, verleihen, vermieten, verkaufen, oder welchen Ausdruck man immer für das Weitergeben eines Sklaven hat. Es kommt immer aufs Gleiche raus. Dabei geht es hauptsächlich um die Sache (Sklave) die an einen anderen Herrn/Domina weitergegeben wird, um Geld zu verdienen, oder nur um dem Anderen Spaß und Freude zu bereiten.

Jetzt möchte ich aber doch noch mal kurz ausholen, weil mich das Thema wirklich beschäftigt. Das Verleihen findet sich nicht nur in der BDSM-Szene, sondern wird unter anderem Namen auch beim Swingern oder Partnertausch praktiziert. Ja, einige werden sagen, das ist ganz was anderes, aber mal ehrlich: ist es das? Es geht darum, dass man nicht mit seinem eigenen Partner Sex hat, sondern mit einem anderen. Beim Swingern mag es noch aus freien Stücken sein, selbstbestimmt und gewollt. Aber wenn einem der Partner Zweifel kommen, oder er keine Lust auf diesen Tausch hat, ist es doch schon Zwang. Auch wenn man es nur tut, weil der Partner gerne zugucken will, und man es „ihm/ihr zuliebe“ tut ist es fremdbestimmt.

Und genau da möchte ich mein Thema ansetzen. Denn alles was mit Zwang und Fremdbestimmung zu tun hat, gehört für mich in den Bereich des DS. Einer bestimmt, der andere folgt. Hier spielt der eigene Wille keine Rolle mehr. Auch wenn das in diesem Fall von beiden Seiten gewünscht wird. Es gehört zum Spiel. Davon möchte ich persönlich mich jedoch ganz weit distanzieren. Es kam für mich nie in Frage verliehen, getauscht oder verkauft zu werden. Das ist in meiner Vorstellung ein no-go. Ein Vertrauensbruch, der Missbrauch gleichkommt. Ich für mich könnte das nicht, und würde sofort die Beziehung zu meinem Dom beenden. Das Spiel findet nur zwischen ihm und mir statt. Er weiß, was ich ertragen kann, und kennt meine Schmerzgrenze. Und obwohl ich mich als maso bezeichne, habe auch ich eine Grenze des Erträglichen. Beim Ausleihen würde diese Grenze verschwinden. Mein Leih-Herr könnte alles mit mir machen, und müsste immer brav „danke“ sagen. Nein, das ist überhaupt nicht mein Ding. So viel Erniedrigung ertrage ich nicht. Als ich den Blog eines 24/7-Sklaven gelesen habe, wurde mir erst klar, in welche Gefahr ich mich begeben hatte, ein Spielzeug eines sadistischen Doms sein zu wollen und was es eigentlich bedeutet Sklavin zu sein. Nein, das bin ich nicht. Auch deshalb werde ich den Bericht so neutral zu halten versuchen, wie nur möglich.

Es gibt für diese Spielart einige Foren, an erster Stelle möchte ich da ein sehr bekanntes, jedoch nicht nur auf BDSM bezogenes lenken. JoyClub.de bietet die Möglichkeit mit Anderen und deren Vorlieben in Kontakt zu treten. Quasi eine Partnersuchbörse für Sex. Natürlich darf der Link zu gentledom in diesem Zusammenhang nicht fehlen. Mehrfach in meinem Blog habe ich schon auf dieses Forum verlinkt. Allerdings muss ich immer nur mit einer Gänsehaut kämpfen, wenn ich Anzeigen wie bei erotikmarkt.de lese. Liegt aber auch daran, dass ich mit solchen Beschimpfungen im Allgemeinen nicht so gut klarkomme. Ja, Sklaven muss man erniedrigen. Aber das hat für mich persönlich nichts mehr mit Spiel zu tun, sondern mit Hass, Folter und Ablehnung. Aber wie gesagt, ist nur meine persönliche Meinung. Es gibt selbstverständlich Menschen die darauf stehen.

Nicht unerwähnt möchte ich mal wieder EisbaerDom und seinen Blog lassen. Hier schreibt er sehr anschaulich, wie so etwas normaler ablaufen könnte. Unter MindGames findet sich im Fesselblog sogar ein Video. Bei der Recherche zu diesem Blogbeitrag hatte ich einige Sklavenberichte gelesen, und war schockiert. Auch ich war einmal das Spielzeug, und nach einiger Zeit des Duckens und Erleidens konnte mich mein Meister nicht abrichten. Zu sehr ist mein Wille ausgeprägt, zu tief sitzen einige Wunden aus der Vergangenheit, als dass ich mich jemals so erniedrigen lassen könnte. Danke an den Fesselblog, jetzt kann ich wieder ruhig atmen, denn es geht halt echt auch anders.

Wie Du siehst, beschäftigt mich das Thema auch sehr emotional. Nein, mein Mann und Dom würde mich niemals ausleihen. Ich glaube eher, er würde auf den Mann losgehen, wenn mich jemals ein Kerl ansprechen, oder gar anfassen würde. Das Spiel findet nur zwischen uns statt. Eine andere Frau – kein Problem. Aber Sex mit einem anderen Kerl? Ich glaube, dann müsste er schreiend auf dem Feld stehen, und an einen Baum treten vor Wut. Nicht, dass er es nicht wollen würde. Er für sich könnte sich gut eine andere Frau vorstellen. Zum Glück gibt es für alles Portale und Suchmöglichkeiten. Und pscht, auch mein Mann und ich haben uns über so eins kennengelernt.

Aber ich denke es macht einen Unterschied, ob man sich hingibt, unterwirft bzw. dominiert oder fremdbestimmt oder eine Beziehung hat. Ja, auch ein Sklave liebt seine Herrin/Herr aber auf einer ganz anderen Basis. Ja, auch ein Sklave kann Angst vor der Beendigung des Verhältnisses haben. Aber ein Sklave wird niemals zu Familienfeiern mitgenommen, wird niemals Teil des Lebens seines Besitzers sein. Es sei denn als benutzbares Spielzeug. Deshalb gibt es auch so wenige Sklaven, die es genießen benutzt, beschimpft, verliehen oder verkauft zu werden. Für alle anderen ist das nur ein Spiel. Für einen wahren Sklaven ist das Lebensinhalt.

Nochmal: das ist meine persönliche Meinung. Ich bestehe auf Unvollständigkeit, Ungenauigkeit und zu wenig Informationen. Jetzt bin ich gespannt, wie die Kommentare ausfallen. Denn zu diesem Thema haben bestimmt viele Leute andere Meinungen.

Ein Kommentar zu “And last but not least A wie Ausleihen

  1. Hallo,

    sag, was genau meinst du damit: „… wurde mir erst klar, in welche Gefahr ich mich begeben hatte, ein Spielzeug eines sadistischen Doms sein zu wollen…“. Du schreibst, dass es dir klar wurde, nachdem du meinen Blog gelesen hast? Bin neugierig.

    Grüße von michel

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