Aufgaben und Rituale

Mein heutiger Blog wird wieder was ganz besonderes. Es soll nicht nur um die schnöde Thematik gehen, sondern wir werden diesmal auch testen, und darüber berichten. Zuerst möchte ich meinen Lieblingsblogger zum Thema, EisbaerDom, zu Wort kommen lassen. Er schreibt immer sehr ausführlich und fast emotionslos wer, wie, was, wo, wann. Das könnte ich nicht. Denn für mich ist das Thema BDSM eine Herzenssache. Ganz besonders die Aufgaben, die an eine Sub gestellt werden.

Für mich war Sex immer wahnsinnig kompliziert. Es sollte Spaß machen, ganz klar. Aber als ich erstmal damit anfing, stellte ich schnell fest, dass Spaß nicht für jeden gleich definiert wird. Ich war wild und hemmungslos, biß schon mal, und zerkratzte den Rücken meines Partners. Die meisten Männer waren da aber eher die Weicheier, und fanden das überhaupt nicht toll. Schmerzen, besonders danach wollten sie nicht haben. Auch keine Spuren. Eine wilde Frau, die jede Stellung mitmacht ist super, Arschficken auch, aber wehe die Frau hinterlässt Spuren gewalttätiger Art. Also fing ich an nachzufragen: Was willst du? wie darf ich dich befriedigen? wie hart darf es denn sein? Aber auch mit diesem Verhalten konnte ich bei den Männern nicht punkten. Ich hatte zu viel eigenen Willen, und wenn ich einen gewissen Punkt überschritten habe werde ich sehr fordernd.

Heutzutage wollen Männer solche Frauen wie mich. Sie suchen in speziellen Foren nach „Wilden Bestien“ die nur noch Fleisch und Hormone sind. Die es einem Mann so richtig besorgen – natürlich weiterhin ohne Spuren zu hinterlassen. Also keine Knutschflecke, Bißwunden, Kratzer etc. Das stresst mich total, und ich wurde immer unsicherer im Umgang mit Männern und ganz besonders, wenn es um Sex ging.

In meiner Erziehung hatte ich nicht viel Freiraum. Meine Eltern bestimmten mein Leben. Es gab klare Richtlinien und Pflichten die erfüllt werden mussten. Jede Abweichung wurde mit Schlägen oder Strafen belegt. Das gab mir immer Sicherheit. Wenn ich so funktionierte wie sie wollten, dann hatte ich ein gutes Leben. Nur leider verstand ich viele Regeln nicht, und so hatte ich mehr Strafen zu erleiden. Trotzdem beeinflusste mich das so sehr, dass ich dieses Verhalten auf mein Beziehungsleben übertrug. Und hier sind wir wieder am Anfang.

In einem BDSM-Verhältnis geht es um Aufgaben, Gebote, Rituale und Bestrafung. Manchmal wird auch ohne Fehlverhalten bestraft, aber das ist ein anderes Thema. Zum Glück gibt es Foren, die sich mit solchen Sachen beschäftigen. Sehr lustig fand ich poppen.de die wirklich sehr unkreativ waren. Leider gibt es bei den Antworten in solchen Foren auch echte Negativbeispiele, so bei BDSMForum gesehen. Ich glaube manchmal, dass Doms sich nicht nur für unfehlbar und gottgleich halten, sondern auch in der Realität super unhöflich und verletzend sind. Netter fand ich den Umgangston bei GentleDom wo wirklich geholfen werden wollte. Interessant finde ich auch, dass so manche Sub sich dem Dom Hinweise gibt, wie sie behandelt werden möchte, oder behandelt wird.

Meine Lieblingssuchmaschine Google spuckte weit über 1000 Artikel aus, die mit dem Thema Aufgaben und Rituale zu tun haben. Mystim.de hält sich damit überhaupt nicht auf, sondern bestraft sofort, und liefert eine lange Liste dafür. Das hat mich zur Frage gebracht: müssen diese Aufgaben eigentlich unlösbar sein, damit Dom die Chance hat zu bestrafen? Geht es bei diesem Spiel vielleicht auch genau darum: Nichterfüllung = Strafe? Und wenn das so ist, warum halten sich dann so viele Foren damit auf, supersüße Aufgaben zu entwickeln die einfach zu erfüllen sind?

Während ich hier sitze und schreibe, fällt mir auf, dass genau das nämlich ein Dom mal mit mir gemacht hat. Er wusste genau, dass ich diese Demütigung niemals würde durchstehen können. Worum es ging? Nun, ganz einfach: ich sollte einen kurzen Rock tragen (für mich ein absolutes No-go) und darunter keine Unterwäsche. Für mich der persönliche Supergau. Erschwerend kam hinzu, dass ich Liebeskugeln in meiner Grotte hatte, und er mich zum Kaffeetrinken in ein öffentliches Café ausführte. Das ging nun wirklich nicht. Alles in mir schrie, und unter Tränen zog ich mich aus. Er genoß es sichtlich, und ihm ging offensichtlich schon einer ab, als er meinen Widerwillen sah, als er mir die Liebeskugeln einführte. Im Café traute ich mich nicht zu bewegen, fühlte mich unwohl und bekam kaum ein Wort raus. Er plauderte und hatte massig Spaß. Weil ich aber nicht artig war, und ihn anflehte, das Café zu verlassen und mich umziehen zu dürfen, packte er mich sofort in der Tiefgarage und versohlte mir den Hintern. Für ihn war das eine gelungene Session. Für mich war es nicht einfach nur Folter, sondern ich fühlte mich dreckig und schlecht und benutzt. Nein, sowas wollte ich nie wieder erleben. Das ist für mich nicht der Inbegriff von Pflichten und Aufgaben. Zum Glück passiert sowas nicht nur mir, sondern wird nochmal im Fesselblog super beschrieben. Selbstverständlich bin ich da eine Ausnahme. Viele Subs lieben diese Art von Behandlung, und es ist gewollt, dass sie sich so fühlen. Nur bei mir, mit meiner Vorgeschichte ist es halt eine Gratwanderung. Dazu ein Zitat von Fetisch.de

Ein Sklave oder eine Sklavin zu sein kann das erklärte Ziel einer Person sein, die devot ist und Lust an der Unterwerfung hat. Ein Sklave / eine Sklavin gibt die Kontrolle komplett an ihren Dom…

Um nun zum Schluß zu gelangen muss ich nochmal ganz kurz ausholen. Als mein Mann und ich uns trafen, und beschlossen zu spielen wollten wir natürlich auch Strafen, Rituale und Aufgaben machen. Ich war unwahrscheinlich stolz, als er mir das Halsband umlegte. Und erregte mich wahnsinnig, das auch in der Öffentlichkeit zu tragen. Jeder sollte sehen, dass ich einem Mann gehöre, und nur der über mich und meinen Körper entscheiden darf. Jedoch lässt diese Euphorie schon nach einiger Zeit nach. Hatten wir uns am Tag der Übergabe noch versprochen 24/7, stellten wir nach spätestens einer Woche fest, dass das mit Vollzeitjob, getrennten Wohnungen und wenig Freizeit schier unmöglich ist. Uns war es nicht genug, nur Bilder zu schicken, oder zu wissen, dass Sub den Plug trägt und später davon berichtet. Also kamen wir von diesem Konzept sehr schnell wieder ab.

Deshalb wird nach einigen Jahren diese Tradition extra für Dich wiederbelebt. Mein Dom, mein Mann, darf über mich 24 Stunden verfügen. Allerdings erst am Wochenende, wo keiner Zuhause ist, und keiner arbeiten muss. Und aus diesem Grund ist der heutige Blog was besonderes. Denn heute liest Du wie es dazu kam, und Sonntag wie es ablief. Vielleicht mag M sich dann auch mal dazu äußern. Wäre interessant, das Geschehen aus dem Blick des Doms zu sehen….also quäl Dich, und warte….

Veröffentlicht von tineschmaus

Vielseitig und Vielschichtig. Gedankenverloren und Gehirnakrobatisch. Steckt in keiner Schublade oder konservativem Denken fest. Guckt gern über Tellerränder und mit wachen Augen in die Welt. Ja, mich gibts wirklich. Nein, ich werde mich weder ändern noch verbiegen. Meine Freunde lieben mich, meine Feinde können mich....!

3 Kommentare zu „Aufgaben und Rituale

  1. Hallo Tine Schmaus,
    Aufgaben und Rituale gehören zum BDSM einfach dazu. Und manche Aufgaben sind „unlösbar“. Doch die Frage ist, ob man sie dann überhaupt erst antritt. Wir denken, dass jede Aufgabe angetreten werden sollte, egal wie unmöglich zu sein sie scheint.
    Und im Nachhinein bereichern uns diese Erfahrungen und bringen uns weiter auf unserem Weg im Bereich BDSM!

    Danke für deine Verlinkung! Wir werden deinen Blog mit großem Interesse weiterverfolgen!
    Viele Grüße
    Dennis vom Fesselblog

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