A wie Anal

Wie immer zu Anfang der Theorieteil. Analsex, oder coitus analis wie er in wikipedia auch genannt wird, bedeutet um es mal plump auszudrücken: sich in den Arsch ficken zu lassen. Jetzt gibt es dazu natürlich massig Theorien und Sprüche (besonders von Männern) und man unterscheidet gerne zwischen Hetero-Anal und Homo-Anal. Dazu möchte ich allerdings später kommen. Wie in dem ersten Sexalphapet-Eintrag, habe ich dazu Recherche im Internet betrieben, und nicht nur sehr widersprüchliche, sondern auch komplett sich widersprechende Artikel gefunden, die ich Dir nicht vorenthalten möchte.

Vom Prinzip her ist jedem der Analverkehr bekannt. Viele Männer stehen drauf, weil es enger und damit erregender ist. Viele Frauen finden das eklig, und meist auch schmerzhaft. Wie bei jeder anderen Art von Sex, kommt es dabei natürlich auf die Stellung an. Wikipedia ist da erstaunlicherweise sehr mitteilungsfreudig, und wartet mit allen Antworten auf, die eine Frau Dr. Sommer stolz machen würde. Trotzdem möchte ich noch kurz ergänzend hinzufügen: Analsex nennt man auch griechischen Sex. Warum ist das so?

Griechenland ist was Sex angeht eben ein Südland, wo Sex kein Tabu ist. Ähnlich wie in Frankreich kann es einem passieren, dass Oma beim Mittagessen über ihre amourösen Abenteuer berichtet. Im antiken Griechenland galt der Analsex unter den Göttern als gängige Praktik (siehe). Laut dieses Artikels machen es in Deutschland ca 8% anal. Und mit dem Thema beschäftigt hat sich bestimmt schon jede dritte Frauenzeitschrift und auch in Männerzeitschriften ist es ein gängiges Thema.

Dabei gehen die Meinungen ist es nun schön, oder widerlich sehr weit auseinander. Für Schwule ist es die einzige Sache, um wirklich Sex zu haben. Natürlich ist Oralsex auch möglich, aber um Geschlechtsverkehr zu haben, muß man eben „drinstecken“. Deshalb haben sehr viele Männer auch Probleme mit Schwulen. Was sie allerdings nicht davon abhält, ihre Partnerin anal befriedigen zu wollen. Ich habe es mal auf die Spitze getrieben, und Männer befragt, die Analsex mit einer Frau wollten. „Was ist denn so anders wenn es eine Frau ist? Arsch ist doch Arsch?“ Darüber waren die Herren wahnsinnig empört, und meinten es wäre schon ein Unterschied, wenn man eine Person von hinten nimmt, und da ein „Schwanz“ rumbaumelt. Echt? Ist das wirklich so? Also ich als Frau kann da keinen Unterschied finden. Natürlich habe ich umgekehrt auch Frauen dazu befragt, und die Antwort fiel ähnlich aus. „Ja, Arsch ist Arsch. Und wenn der Kerl zu viel anal will, dann stellt sich die Frage, ob er nicht besser schwul geworden wäre“ bekam ich da des öfteren zu hören.

Aber mein Blog wird nunmal von einer Frau geschrieben (nämlich mir) und deshalb bin ich da etwas einseitig, und kann nur über meine persönlichen Erlebnisse und Erfahrungen mit Analsex berichten. Und ja, bevor die Frage kommt, auch mein Mann steht auf Analsex. Also kommen jetzt die superduper Ratgeber zu Wort, wie man das am besten macht, und worauf man achten sollte.

Zuerst einmal unterscheidet man zwischen aktiv und passiv. Wobei das für viele Männer schon wieder schwierig ist. Ich kenne Männer, die total drauf stehen, wenn man ihnen den Finger in den Po steckt, bzw. lassen sich sogar einen Dildo einführen, während andere das total ablehnen. Übrigens sind die mit dem Finger im Po die schlimmsten Schwulenhasser gewesen (nur mal so nebenbei). Die Theorie, wer wie was wo wann, kann man super beim netdoktor nachlesen.

In Artikeln wie den beim Men’s Health wird geradezu Werbung für Analsex betrieben. Ich war schockiert, wie da mit dem Thema umgegangen wird. Frauen lieben es, und über 90% kommen beim Analsex, während bei normalem Sex nur 64% kommen würden. Tja, da treffen sie den Nerv der Männer. Denn Mann ist nur ein Held, je öfter und intensiver die Frau kommt (oder wie war das?). Das Hauptproblem, das ich mit diesem Artikel hatte: ich glaube nicht, dass Männer alles gelesen haben. Die haben nur die ersten, ja sind wir mal nett, 4 Absätze gelesen haben. Da geht es darum, dass Frauen das toll finden, und dass man es ihnen nur schmackhaft machen muss. Ganz unten steht dann, dass das echt weh tut wenn Mann es zu schnell, zu trocken oder zu hart macht. Ich glaube bis dahin hat es kein Mann geschafft.

Leider haut die Cosmopolitan in die gleiche Kerbe. Was ist denn nur los mit den Redakteuren? Obwohl das Thema von einer Frau geschrieben wurde, habe ich mich seltsam dabei gefühlt. Wahrscheinlich hat diese Frau nur gute Erfahrungen mit der Sache gemacht. Ich kenne aber genauso viele Negativbeispiele, und weiß, dass viele Vergewaltigungen mit Analsex einhergehen. Sorry, das wolltest Du jetzt nicht lesen ist mir klar. Aber wenn es um BDSM und Sex geht, ist der Grad zwischen Erniedrigung und Augenhöhe, Vergewaltigung und Hardcoresex echt superschmal.

Und jetzt plauder ich doch mal aus dem Nähkästchen. Ich mag Analsex. Aber nicht immer. Es gibt Tage, an denen ich superentspannt bin, und gerade wenn mein Mann mit Babyöl meinen ganzen Körper massiert, da flutscht das so herrlich, und dann kann er fast alles mit mir machen. Er ist dabei sehr sensibel, und wenn er merkt, dass alles an mir weich und bereit ist, fühlt er etwas mehr nach. Ein Vorspiel mit einem Spielzeug ist bei mir dann eher ungünstig. Denn wenn ich einmal anal gekommen bin, geht nichts mehr.

Andersherum sagt er jedoch, dass Analsex nur mit einer Mörderlatte möglich ist. So ein Halbsteifer führt da nicht zum Erfolg. Während man beim Sex „schummeln“ kann, und während Mann mit jedem Stoß steifer und härter wird, muss man beim Analsex schon Standfest sein. Schließlich sind da einige Muskeln zu überwinden, was man sonst nicht schafft. Und genau da liegt wieder das Problem mit dem Gefühl. Ich kann es den Frauen nicht verdenken, wenn sie keine Lust auf Anal haben, wenn Mann sofort reinstößt, und losrammelt. Das muss langsam gemacht werden.

Nach all den vielen Pornos die ich angesehen habe, und den Erfahrungen die ich bisher gemacht habe, bin ich immer noch der Meinung, dass Analsex immer von der Frau ausgehen sollte. Und keine der Damen sollte sich schämen darum zu bitten, oder es vorher mal selbst auszuprobieren. In der BDSM-Szene gibt es eine Vielzahl an Plugs, Dildos und Fibratoren, mit denen ein Sub bespielt werden kann – wenn man drauf steht. Analsex sollte immer eine gemeinschaftliche Entscheidung sein. Ich denke, auch für einen Mann ist es frustrierend, wenn man Anal will, aber nur Vaginal hinbekommt oder einem sogar das Spielzeug den Rang abläuft, weil Mann es nicht durchsteht (ha, ha, Wortwitz).

Männer müssen sensibler sein, und Frauen müssen lernen sich zu wehren. Und hier wieder eine meiner Geschichten: ich hatte einen Dom, der stand da total drauf. Und er dehnte super gerne vor. Dabei war er nicht zimperlich. Ich packe aber nur eine gewisse Länge, und die hatte er wirklich überschritten. Ich hatte tagelang Bauchschmerzen und Probleme auf der Toilette. Seit dem hatte ich regelrecht Angst, wenn ich merkte, dass er beim Spiel wieder meinen Po im Visier hatte, und versteifte mich total. So sollte es nicht sein. Auch wenn es zum Analsex kommt, und man sich unwohl fühlt, muss der Partner so feinfühlig sein, und sich so weit im Griff haben, dass er aufhören kann. Also ich werde, sollte mir nochmal jemand Schmerzen zufügen, gnadenlos nach hinten austreten. Egal was ich dabei treffe. Denn das ist nun wirklich nicht lustig!!!

Veröffentlicht von tineschmaus

Vielseitig und Vielschichtig. Gedankenverloren und Gehirnakrobatisch. Steckt in keiner Schublade oder konservativem Denken fest. Guckt gern über Tellerränder und mit wachen Augen in die Welt. Ja, mich gibts wirklich. Nein, ich werde mich weder ändern noch verbiegen. Meine Freunde lieben mich, meine Feinde können mich....!

2 Kommentare zu „A wie Anal

  1. Zwei Ergänzungen:
    Man nennt es „Griechisch“ weil die Griechen zum einen einen sehr offenen Umgang mit der Männerliebe hatten, die war auf Feldzügen durchaus üblich, siehe Homers Ilias und weil die Knabenliebe fester oft fester Bestandteil der Lehrer-Schüler Beziehung war, siehe Platon, Das Gastmal.

    Und es ist ein Riesenunterschied, ob ich einen schmalen Männerarsch oder einen wohlgerundeten Frauenhintern betrachte.

    Beim Schreiben fiel mir noch eine dritte Ergänzung ein. Man bekommt den gewissen Grad der vollkommenen Entspannung vaginal meist gar nicht hin! Klappt allerdings selten mit verstockten Mädels.

    Gefällt 1 Person

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